Plastikmüll und Recycling in der EU: Zahlen und Fakten 

 
 

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Weniger als ein Drittel der Kunststoffabfälle in Europa wird recycelt. Unsere Infografik enthält interessante Zahlen und Fakten zum Thema Plastikmüll und Recycling in der EU.

Die Kunststoffproduktion stieg in nur wenigen Jahrzehnten exponentiell - weltweit von 1,5 Millionen Tonnen im Jahr 1950 auf 322 Millionen Tonnen im Jahr 2015. Damit ging auch ein Anstieg der Menge anfallenden Plastikmülls einher.

Die EU ergriff bereits Maßnahmen, um Kunststoffabfälle zu verringern. Doch was geschieht mit dem Plastikmüll, der trotzdem entsteht? Und wie können die Recyclingquoten erhöht werden?

Infografik: Plastikmüll und Recycling in Europa  

Kunststoffabfallbehandlung in Europa

In Europa ist die Energierückgewinnung die am häufigsten genutzte Methode zur Entsorgung von Plastikmüll, gefolgt von der Deponierung. 30 Prozent aller anfallenden Kunststoffabfälle werden für das Recycling gesammelt. Die Recyclingquoten variieren jedoch von Land zu Land.

Die Hälfte des für das Recycling gesammelten Kunststoffs wird zur Weiterverarbeitung in Länder außerhalb der EU exportiert. Gründe für den Export sind unter anderem mangelnde Kapazitäten, Technologien oder finanzielle Ressourcen, um den Abfall zu behandeln. In der Vergangenheit wurde ein erheblicher Anteil des exportierten Plastikmülls nach China gebracht, aber mit dem jüngsten Einfuhrverbot von Kunststoffabfällen in China wird es immer dringlicher, andere Lösungen zu finden.

Der geringe Anteil des Kunststoff-Recyclings in der EU bedeutet große Verluste für Wirtschaft und Umwelt. Schätzungsweise gehen 95 Prozent des Wertes von Plastikverpackungsmaterialien nach einem kurzen ersten Nutzungszyklus verloren.

Jedes Jahr werden durch die Herstellung und Verbrennung von Plastik weltweit rund 400 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen. Besseres Recycling könnte hier entgegenwirken.

Probleme beim Plastik-Recycling

Die hauptsächlichen Schwierigkeiten beim Plastikrecycling sind die Qualität und der Preis der recycelten Produkte verglichen mit fabrikneuen Waren. Die kunststoffverarbeitende Industrie benötigt große Mengen an recyceltem Plastik, das unter streng kontrollierten Angaben und zu einem wettbewerbsfähigen Preis hergestellt wird.

Da Kunststoffe jedoch leicht an die funktionellen und ästhetischen Anforderungen jedes Herstellers angepasst werden können, erschwert die Vielfalt an Rohmaterialien zusätzlich den Recyclingprozess. Kosten entstehen und die Qualität des Endprodukts wird beeinflusst. Folglich macht die Nachfrage nach recycelten Kunststoffen nur sechs Prozent des Kunststoffbedarfs in Europa aus.

Vorschläge für höhere Recyclingquoten

Die EU-Abgeordneten unterstützten im September 2018 eine europäische Plastikstrategie, in der gefordert wird, dass alle Verpackungsabfälle aus Kunststoff bis 2030 recycelbar sein müssen. Dies würde bessere Designs zur Recyclingfähigkeit erfordern. Außerdem seien weitere Maßnahmen nötig, um den Markt für recycelte Kunststoffe anzuregen, so die Abgeordneten.

Diese Maßnahmen sollten die folgenden Punkte beinhalten:

  • Schaffung von Qualitätsstandards für sekundäre Kunststoffe
  • Förderung von Zertifizierungen, um das Vertrauen der Industrie und der Verbraucher zu erhöhen
  • Einführung verbindlicher Vorschriften für den Mindestgehalt an recycelten Inhalten in bestimmten Produkten
  • Aufforderung an die Mitgliedstaaten, eine Senkung der Mehrwertsteuer auf recycelte Produkte in Betracht zu ziehen

Gleichzeitig unterstützte das Europäische Parlament Maßnahmen zur Verringerung von Kunststoffabfällen:

Zudem forderten die EU-Abgeordneten die Europäische Kommission auf, Maßnahmen gegen die Verschmutzung durch Mikroplastik zu ergreifen.