Parlament fordert Ende der Gewalt gegen Frauen 

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Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November forderte das Europäische Parlament eine rasche Ratifizierung der Istanbul-Konvention.

"Orange the World": Das Parlamentsgebäude in Straßburg erstrahlte anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen in Orange  

Die diesjährige "Orange the World"-Initiative befasste sich unter dem Motto "Generation Equality Stands against Rape" mit dem Thema Vergewaltigung. Eine EU-weite Untersuchung zeigt, dass eine von 20 Frauen in der EU Opfer einer Vergewaltigung wurde. Das Europäische Parlament nahm auch dieses Jahr wieder an der Sensibilisierungskampagne teil. Das Parlamentsgebäude in Straßburg wurde am 25. November orange beleuchtet - als Symbol für eine bessere gewaltfreie Zukunft.

Gewalt an Frauen in der EU:  
  • Jede zweite Frau hat sexuelle Belästigung erlebt. 
  • Mehr als jede fünfte Frau hat körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch einen gegenwärtigen oder früheren Partner erfahren. 
  • 43% der Frauen haben in einer Beziehung irgendeine Form von psychisch missbräuchlichem und/oder kontrollierendem Verhalten erfahren. 

Am Donnerstag, den 28. November nahm das Europäische Parlament eine nichtlegislative Entschließung an, in der der Rat aufgefordert wird, die Ratifizierung der Istanbul-Konvention durch die EU rasch abzuschließen. Auch die sieben EU-Mitgliedstaaten, die die Konvention unterzeichnet, jedoch noch nicht ratifiziert haben, sollten dies unverzüglich tun, so die Abgeordneten. Die Abgeordneten forderten auch, Gewalt gegen Frauen in den Katalog der von der EU anerkannten Straftaten aufzunehmen.

"Wir kennen die alarmierenden Zahlen: Eine von drei Frauen erlebt in ihrem Leben physische oder sexuelle Gewalt. Jeder zweite Mord an einer Frau wird von jemandem aus dem nächsten Freundes- oder Familienumfeld begangen", sagt die österreichische Abgeordnete Evelyn Regner (S&D), Vorsitzende des Ausschusses für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter. "Die Täter sind oft die Ehemänner, Brüder oder Lebenspartner. Der gefährlichste Ort für Frauen ist also das eigene Zuhause. Gewalt an Frauen geht uns alle an", so Regner.

Schauen wir nicht weg, hören wir den Betroffenen zu und arbeiten wir gemeinsam auf allen Ebenen daran, dass Frauen unabhängig und frei von Gewalt leben können!

Evelyn Regner 

Vorsitzende des FEMM-Ausschusses

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Was ist die Istanbul-Konvention? 
  • Sie ist ein Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. 
  • Das Übereinkommen ist das erste internationale Rechtsinstrument seiner Art. Es schafft einen umfassenden Rahmen von Maßnahmen zur Verhinderung von Gewalt, zur Unterstützung von Opfern und zur Bestrafung von Tätern. 
  • Die EU hat die Istanbul-Konvention am 13. Juni 2017 unterzeichnet. 
  • Bulgarien, Tschechien, Ungarn, Litauen, Lettland, die Slowakei und das Vereinigte Königreich haben die Konvention noch nicht ratifiziert.