Illegaler Handel mit Welpen und Katzenbabys: Parlament fordert Maßnahmen  

Aktualisiert am: 
 
Erstellt am:   
 

Diese Seite teilen: 

Der illegale Handel mit Haustieren ist in Europa traurige Realität. Die EU-Abgeordneten fordern EU-Maßnahmen, um die Gesundheit von Mensch und Tier zu schützen und Strafen zu verschärfen.

Jedes Jahr werden zahlreiche Heimtiere illegal zwischen den Mitgliedstaaten gehandelt. Der illegale Haustierhandel ermöglicht hohe Gewinne bei nur geringem Risiko und stellt somit eine profitable Einkommensquelle für kriminelle Netzwerke dar.


Das Europäische Parlament hat am 12. Februar 2020 eine Entschließung angenommen, in der eine Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung des illegalen Heimtierhandels gefordert werden. Dazu zählen ein EU-Aktionsplan, schärfere Sanktionen sowie die EU-weite verpflichtende Registrierung von Hunden und Katzen.


Tierschutz ist wichtig


Hunde und Katzen sind die beliebtesten Haustiere in der EU. Wie eine Eurobarometer-Umfrage zeigt, ist der Tierschutz den Europäern ein wichtiges Anliegen: 74 Prozent der Unionsbürger geben an, dass Heimtiere besser geschützt werden sollten.


Der illegale Handel von Hunden und Katzen ist in der Regel mit schrecklichen Zuchtbedingungen verbunden. Welpen und Kätzchen werden häufig viel zu früh von der Mutter getrennt und auf langen Reisen quer durch Europa, oft ohne Wasser und Futter, Stress ausgesetzt.


Außerdem bestehen Risiken für die öffentliche Gesundheit, da illegal gezüchtete Tiere häufig nicht geimpft sind und Tollwut, Parasiten und Infektionskrankheiten auf Menschen sowie andere Tiere übertragen können. Viele Verbraucher wiederum sind sich der Gefahren nicht bewusst und werden durch Online-Anzeigen und große Preisunterschiede zum Kauf motiviert.


Initiativen für Tierwohl, Gesundheit und Verbraucherschutz


Das Parlament hatte bereits 2016 in einer Entschließung ein kompatibles EU-System zur Registrierung von Haustieren gefordert. Die Abgeordneten rufen die Europäische Kommission nun erneut dazu auf, einen Vorschlag für ein EU-weites verpflichtendes System zur Identifizierung und Registrierung von Hunden und Katzen vorzulegen. Auch mehr Kontrollen und härtere Strafen für die Fälschung von Heimtierausweisen befinden sich unter den Forderungen. Die Abgeordneten befürworten, sich auf eine einheitliche Definition großer gewerblicher Tierzuchtbetriebe zu einigen, da Unterschiede bei Tierschutzstandards zu Preisunterschieden führen, die von illegalen Züchtern ausgenutzt werden.


EU-Vorschriften für die Zucht sollten eingeführt und Mitgliedstaaten ermutigt werden, Register zugelassener Züchter und Verkäufer von Heimtieren einzurichten, so das Parlament weiter. Schließlich müsse auch das Bewusstsein der Verbraucher geschärft werden, Haustiere zu adoptieren anstatt zu kaufen.

Weitere Informationen zur EU-Tierschutzpolitik