Greta Thunberg fordert Führungsrolle der EU beim Klimaschutz 

 
 

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Die Klimaaktivistin Greta Thunberg debattierte heute mit dem Umweltausschuss des Parlaments über die Pläne der EU zur Bewältigung der Klimakrise.

Klimaaktivistin Greta Thunberg war am 4. März zu Gast im Umweltausschuss  

Greta Thunberg war am Mittwoch, den 4. März zu Gast im Europäischen Parlament, um mit den Mitgliedern des Umweltausschusses über das neue Europäische Klimagesetz zu sprechen. Nach dem Vorschlag der Europäischen Kommission soll die EU bis 2050 klimaneutral werden.


Thunberg kritisierte vor dem Ausschuss den Vorschlag als unzureichend: "Die EU muss eine Vorreiterrolle übernehmen. Sie ist moralisch dazu verpflichtet. Sie hat nun die einzigartige Chance, in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht Vorreiter beim Klimaschutz zu sein." Sie appellierte an die Abgeordneten: "Sie haben selbst erklärt, dass wir uns in einer Klima- und Umweltnotlage befinden. Sie sagten, diese stelle eine existenzielle Bedrohung dar. Jetzt müssen Sie beweisen, dass Sie es auch ernst meinen."


Es sei von entscheidender Bedeutung, einen "wissenschaftlich begründeten Ansatz" zu verfolgen, so Thunberg weiter. Alles andere komme einer "Kapitulation" gleich, sagte sie. "Dieses Klimagesetz ist eine Kapitulation, da man mit der Natur nicht verhandeln und der Physik keine Deals machen kann."


Der Vorsitzende des Umweltausschusses Pascal Canfin eröffnete die Sitzung und richtete folgende Worte an Thunberg: "Uns allen kommt beim Klimaschutz eine wichtige Rolle zu. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir die Energie der jungen Generation brauchen. Keine Gesellschaft kann auf die Herausforderungen, vor denen wir beim Klimaschutz stehen, angemessen reagieren, wenn sie die Energie, die von den jungen Menschen ausgeht, nicht für sich nutzt. Und Sie verkörpern diese Energie."

Greta Thunberg debattierte mit den Abgeordneten über das Europäische Klimagesetz  

Über das Europäische Klimagesetz


Das von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Gesetz ist ein wichtiger Bestandteil des Grünen Deals. Damit die EU bis 2050 klimaneutral werden kann, müssen die Mitgliedstaaten ihren CO2-Fußabdruck vor allem durch Emissionssenkungen, Investitionen in umweltfreundliche Technologien und den Schutz der natürlichen Umwelt verringern. Der Vorschlag zielt darauf ab, das Klimaneutralitätsziel in allen Politikbereichen der EU und auf allen Ebenen der Gesellschaft und Wirtschaft zu verankern.


Bevor das Klimagesetz in Kraft treten kann, muss es vom Europäischen Parlament und vom Rat gebilligt werden.