EU will geschlechtsspezifisches Lohngefälle verringern 

 
 

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Was unternimmt das Parlament zur Verringerung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles (Gender Pay Gap)?

Obwohl die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein Grundprinzip der EU ist und der Grundsatz "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" bereits vor sechzig Jahren eingeführt wurde,liegt der Stundenlohn von Frauen in der EU durchschnittlich beinahe 14 Prozent unter dem der Männer.

Das Parlament will dies ändern. Am 21 Januar 2021 haben die Abgeordneten eine Entschließung zu der EU-Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter angenommen, in der sie einen ehrgeizigen neuen Aktionsplan zum Gender Pay Gap fordern, der den Mitgliedstaaten klare Ziele zur Reduzierung des Lohngefälles innerhalb der nächsten fünf Jahre vorgibt.

Die Kommission stellte ihre Strategie zur Gleichstellung der Geschlechter, deren Grundpfeiler das Prinzip der Lohngleichheit bildet, am 5. März vor.


Bekämpfung der Ursachen ungleicher Bezahlung

Im Jahr 2019 verabschiedete das Parlament die Richtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, mit der neue Regelungen für Vaterschafts- und Elternurlaub auf EU-Ebene eingeführt wurden, um die Beschäftigungsquote von Frauen zu erhöhen, Anreize für Väter zu schaffen, familienbezogenen Urlaub zu nehmen sowie die Gleichstellung der Geschlechter und die Chancengleichheit zu fördern.

In der Entschließung fordern die Abgeordneten eine jährliche Überprüfung der Umsetzung dieser Richtlinie durch die Kommission. Sie fordern die EU-Länder auf, Maßnahmen zu ergreifen, die über die Richtlinie hinausgehen, wie etwa die Förderung flexibler Arbeitszeitregelungen.

Das Parlament spricht sich dafür aus, die traditionelle Zuordnung von Arbeitsplätzen und Tätigkeiten zu einem bestimmten Geschlecht aufzubrechen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um Frauen und Mädchen den Zugang zu männerdominierten Ausbildungs- und Arbeitsplätzen zu erleichtern.

Erfahren Sie mehr über die Definition des geschlechtsspezifischen Lohngefälles und die Gründe dafür.


Weibliche Armut bekämpfen

Durch das Gender Pay Gap sind Frauen auch öfter von Armut betroffen. Die Abgeordneten fordern daher Maßnahmen gegen die Armut von Frauen. Daher fordern sie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Branchen mit einem hohen Frauenanteil und die Berücksichtigung der Geschlechterperspektive bei den Rentenansprüchen, da Frauen durchschnittlich 30 Prozent niedrigere Renten erhalten als Männer.


Lösungsansätze: Verbindliche Ziele und mehr Transparenz

Die Entgeltgleichheit ist bereits durch eine EU-Richtlinie geregelt, jedoch hat das Europäische Parlament wiederholt deren Überarbeitung und weitere Maßnahmen gefordert.

Im März hat die Europäische Kommission eine EU-Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter 2020-2025 vorgestellt, die auch die Bekämpfung des Lohn- und Rentengefälles zwischen Frauen und Männern beinhaltet. Die Abgeordneten fordern jedoch konkretere Ziele und klare Instrumente zur Überwachung der Fortschritte in der Strategie. Im März 2021 legte die Kommission außerdem einen Vorschlag zur verbindlichen Lohntransparenz vor, über den das Europäische Parlament debattieren und abstimmen wird.