Coronavirus: Forschung zu Impfstoffen und Behandlungen - Maßnahmen der EU 

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Die Weltgemeinschaft versucht, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen. Die EU unterstützt die Bemühungen, so rasch wie möglich einen Impfstoff und wirksame Behandlungen zu entwickeln.

Die EU setzt gemeinsame koordinierte Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise. Die Finanzierung von Forschungs- und Innovationsprojekten für die wirksame Behandlung der Covid-19-Erkrankung ist ein wesentlicher Bestandteil ihrer Krisenreaktion.


Die EU und die Mitgliedstaaten arbeiten im Wettlauf um einen sicheren und wirksamen Impfstoff gegen Covid-19 eng zusammen. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines prophylaktischen Impfstoffs zur Vorbeugung der Krankheit und eines therapeutischen Impfstoffs zur Behandlung. Es werden beschleunigte Genehmigungsverfahren eingeführt, damit so schnell wie möglich sichere, wirksame und qualitativ hochwertige Medikamente auf den Markt gebracht werden können.


Die Abgeordneten diskutierten am 14. Mai mit Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas und dem kroatischen Ratsvorsitz darüber, wie die EU die Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs und von Behandlungen vorantreiben kann. Die Abgeordneten lobten die Bemühungen der EU, die Forschung zu unterstützen, betonten jedoch die Notwendigkeit, den Zugang zu bezahlbaren Medikamenten zu gewährleisten.


Alle EU-Maßnahmen gegen Covid-19 im chronologischen Überblick

Bekämpfung des Ausbruchs von Covid-19


Die Europäische Kommission hat 48,25 Millionen Euro für 18 Forschungsprojekte im Rahmen des Forschungsrahmenprogramms der EU, Horizont 2020, bereitgestellt.


151 Forschungsteams aus der gesamten EU und weiteren Ländern sind an den Projekten beteiligt. Sie arbeiten an folgenden Punkten:


  • Verbesserung der Abwehrbereitschaft und Reaktionsfähigkeit auf Ausbrüche durch Entwicklung besserer Überwachungssysteme zur Prävention und Eindämmung der Ausbreitung des Virus

  • Patientennahe Schnelldiagnosetests mit schnelleren und genaueren Diagnosen

  • Neue Behandlungen

  • Entwicklung neuer Impfstoffe

Die Forschungsteams tauschen ihre Ergebnisse untereinander aus, um die Handlungsfähigkeit des öffentlichen Gesundheitssektors zu beschleunigen.


Die Europäische Kommission hatte ferner dazu aufgerufen, bis Ende März Forschungsvorhaben vorzulegen, deren Schwerpunkt auf der Entwicklung von Behandlungs- und Diagnosemöglichkeiten zur Bekämpfung des Covid-19-Ausbruchs und der Verbesserung künftiger Vorsorgemaßnahmen liegt. Der Aufruf lief über die Initiative für innovative Arzneimittel (IMI), eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen der EU und der pharmazeutischen Industrie, die über Horizont 2020 finanziert wird. Acht groß angelegte Forschungsprojekte wurden ausgewählt. Die Kommission erhöhte die ursprünglich eingeplanten Mittel aus dem EU-Haushalt von 45 auf 72 Millionen Euro; weitere 45 Millionen Euro werden von der Pharmaindustrie und verschiedenen Organisationen aufgebracht.


Am 16. März stellte die Kommission dem hochinnovativen Impfstoffentwickler CureVac aus Tübingen finanzielle Mittel in Höhe von bis zu 80 Millionen Euro zur Unterstützung der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus zur Verfügung.


Am 4. Mai startete die EU in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation und anderen globalen Partnern einen internationalen Geber-Marathon ("Coronavirus Global Response"), bei dem 7,4 Milliarden Euro für Impfstoffe, Diagnostika und Behandlungen gegen das Coronavirus gesammelt werden sollten.


Am 19. Mai gab die Kommission bekannt, weitere 122 Millionen Euro aus dem Programm Horizont 2020 für die Erforschung des Coronavirus zu mobilisieren. Die Mittel werden für Projekte bereitgestellt, die darauf ausgerichtet sind, die Produktion rasch auf lebenswichtige medizinischen Ausstattung für Tests, Behandlungen und Prävention umzustellen sowie Medizintechnologien und digitale Instrumente zur besseren Erkennung und Überwachung und zur Patientenversorgung zu entwickeln.

Bereits bestehende Programme


Die EU verfügt über eine Reihe von Forschungs- und Soforthilfemechanismen zur Bewältigung von Krisen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, die bereits mobilisiert wurden. Dazu gehören unter anderem das Projekt PREPARE, eine Plattform für vorbereitete Gegenmaßnahmen bei auftretenden Epidemien, und das Europäische Virusarchiv, eine virtuelle Sammlung, die Forschern Material für Diagnosen zur Verfügung stellt.


Darüber hinaus unterstützt die EU Start-ups und KMU bei der Entwicklung von Innovationen und Technologien‚ die bei der Bekämpfung des Coronavirus hilfreich sein könnten. Dazu gehören bereits ein Projekt für spezialisierte Quarantäneeinheiten (EpiShuttle) und eine Filtrationstechnologie zur Beseitigung viraler Partikel (m-TAP).


Während der Plenardebatte am 14. Mai sagte EU-Kommissar Schinas, dass die Kommission an einer neuen europäischen Pharmastrategie arbeite, um die EU in Zukunft widerstandsfähiger zu machen, indem Lehren aus der aktuellen Krise gezogen werden. Die Strategie soll noch in diesem Jahr vorgestellt werden.


Weitere Informationen zu den Maßnahmen der EU zur Bewältigung der Corona-Krise in unserem Überblick