Coronavirus: Impfstoffe und Behandlungen - Maßnahmen der EU 

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Die Weltgemeinschaft versucht, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen. Die EU unterstützt die Bemühungen, so rasch wie möglich Impfstoffe und wirksame Behandlungen bereitzustellen.

Die EU setzt gemeinsame koordinierte Maßnahmen, um die Corona-Krise zu bewältigen. Die Finanzierung von Forschungs- und Innovationsprojekten für die wirksame Behandlung der Covid-19-Erkrankung ist ein wesentlicher Bestandteil ihrer Krisenreaktion.


Die EU und die Mitgliedstaaten arbeiten im Wettlauf um sichere und wirksame Impfstoffe gegen Covid-19 eng zusammen. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines prophylaktischen Impfstoffs zur Vorbeugung der Krankheit und eines therapeutischen Impfstoffs zu Behandlungszwecken. Mithilfe beschleunigter Genehmigungsverfahren soll sichergestellt werden, dass sichere, wirksame und qualitativ hochwertige Arzneimittel so rasch wie möglich auf den Markt gebracht werden.


Die EU-Abgeordneten begrüßen die Bemühungen der EU, die Forschung zu unterstützen. Sie haben jedoch wiederholt darauf hingewiesen, dass ein breiter Zugang zu bezahlbaren Medikamenten gewährleistet werden muss.


Alle EU-Maßnahmen gegen Covid-19 im chronologischen Überblick

Forschung und Impfstoffe


Seit Beginn des Covid-19-Ausbruchs hat die EU stark in die Forschung investiert. Hunderte Millionen Euro wurden etwa unter dem EU-Programm Horizont 2020 für neue Coronavirus-Forschungsprojekte aufgebracht. Fördermittel werden unter anderem für Projekte in den Bereichen Diagnostik, Behandlung, Vakzine, Epidemiologie, Abwehrbereitschaft, Reaktionsfähigkeit und Digitaltechnologien bereitgestellt.


Als Teil der EU-Impfstoffstrategie hat die Europäische Kommission bisher mit sechs Pharmaunternehmen Verträge abgeschlossen: AstraZeneca, Sanofi-GSK, Janssen Pharmaceutica NV, BioNTech-Pfizer, CureVac und Moderna. Auf Basis dieser Vereinbarungen können die einzelnen EU-Länder Impfstoffe ankaufen, sobald diese zugelassen wurden.


Nach der positiven wissenschaftlichen Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und der Billigung durch die Mitgliedstaaten erteilte die Europäische Kommission dem BioNTech-Pfizer-Vakzin am 21. Dezember 2020 eine bedingte Zulassung. Somit konnten die Impfungen in der EU am 27. Dezember beginnen. Der Impfstoff des Unternehmens Moderna wurde am 6. Januar 2021 bedingt zugelassen.


Die Kommission hatte außerdem die wichtigsten Elemente aufgelistet, die die Mitgliedstaaten bei der Entwicklung ihrer Impfstrategien berücksichtigen sollten, um wirksame Impfstoffe rasch bereitstellen zu können. Ein neues Maßnahmenpaket wurde auf den Weg gebracht, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und Leben zu retten. Auch soll der Informationsaustausch über epidemiologische Daten auf EU-Ebene verbessert werden. Gleichzeitig gab die Kommission Empfehlungen für wirksamere Teststrategien heraus. Im Rahmen des Soforthilfeinstruments werden 100 Millionen Euro für die Beschaffung von Antigen-Schnelltests mobilisiert.


Am 25. November präsentierte die Kommission eine neue EU-Arzneimittelstrategie, um die Union auf künftige Krisen besser vorzubereiten.

Schritt für Schritt: Bewertung und Zulassung von Covid-19-Vakzinen (EMA) 
  • Antrag auf Marktzulassung: Impfstoffentwickler legen den Arzneimittel-Regulierungsbehörden in Europa die Ergebnisse aller Tests vor. 
  • Bewertung und wissenschaftliche Stellungnahme der EMA: Experten der EMA führen eine wissenschaftliche Bewertung der Impfstoffe durch: 
  • Die Covid-19-Pandemie-Task Force der EMA ermöglicht es den EU-Mitgliedstaaten und der Kommission, rasche und koordinierte Regulierungsmaßnahmen für die Entwicklung, Sicherheit und Überwachung von Covid-19-Behandlungen und Vakzinen zu ergreifen.  
  • Überprüfung und Genehmigung durch die Europäische Kommission: Die Kommission prüft das wissenschaftliche Gutachten der EMA und erteilt bei positivem Ergebnis eine EU-weite Genehmigung für den Impfstoff.  
  • Die nationalen Behörden entscheiden über die Einführung zugelassener Vakzine und über Impfstrategien.  

Bereits bestehende Programme


Die EU verfügt über eine Reihe von Forschungs- und Soforthilfemechanismen zur Bewältigung von Krisen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, die bereits mobilisiert wurden. Dazu gehören unter anderem das Projekt PREPARE, eine Plattform für vorbereitete Gegenmaßnahmen bei auftretenden Epidemien, und das Europäische Virusarchiv, eine virtuelle Sammlung, die Forschern Material für Diagnosen zur Verfügung stellt.


Darüber hinaus unterstützt die EU Start-ups und KMU bei der Entwicklung von Innovation und Technologien‚ die bei der Bekämpfung des Coronavirus hilfreich sein könnten, wie zum Beispiel ein Projekt für spezialisierte Quarantäneeinheiten (EpiShuttle) und Filtrationstechnologien zur Beseitigung viraler Partikel (m-TAP).

Mehr: Was die EU tut, um die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 zu bewältigen