Unterstützung des EU-Kultursektors in Covid-19-Zeiten 

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Der Kultursektor leidet unter den Lockdown-Maßnahmen, die in der gesamten EU eingeführt wurden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft zählt zu den Sektoren, die von der Corona-Krise besonders hart getroffen werden. In einer am 17. April angenommenen Entschließung verweisen die Abgeordneten auf die Schwierigkeiten, mit denen Kulturschaffende konfrontiert sind, und fordern die EU auf, finanzielle Unterstützung zu leisten.

Die Covid-19-Pandemie hat die Kultur- und Kreativbranche praktisch lahmgelegt. In ganz Europa wurden Aufführungen abgesagt, Festivals, Konferenzen und Ausstellungen verschoben, Kinos, Theater und Museen geschlossen, Fernseh- und Filmproduktionen gestoppt. Zahlreiche Künstler und Kulturschaffende haben Probleme, über die Runden zu kommen.


Viele Mitgliedstaaten haben Maßnahmen eingeführt, die speziell darauf abzielen, den Beschäftigten im Kultursektor unter die Arme zu greifen. Die europäischen Kulturminister debattierten im Rahmen einer Videokonferenz am 8. April 2020 über gemeinsame Maßnahmen zur Unterstützung des Kultur- und Kreativsektors während der Krise.


Die EU setzt bereits gezielte Maßnahmen zum Schutz von Arbeitsplätzen in diesen schwierigen Zeiten. Die Charakteristika des Kultursektors erschweren es jedoch für Beschäftigte, sich für eine Unterstützung zu qualifizieren, da viele Solo-Selbstständige, Freiberufler und kleine Unternehmen in der Branche vertreten sind. Der Kulturausschuss des Europäischen Parlaments tritt deshalb dafür ein, dass die EU spezifische Hilfen bereitstellt, um den Sektor bei der Bewältigung der Krise zu unterstützen.


In einem Schreiben an EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton und die Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, Mariya Gabriel, schlagen die Abgeordneten Folgendes vor:


  • Künstler, die möglicherweise nicht für nationale Förderregelungen im Rahmen des Programms Kreatives Europa in Frage kommen, sollen besser geschützt werden.
  • EU-Hilfen sollen den Sektor erreichen, indem die Mittel für das Programm Kreatives Europa aufgestockt werden.
  • Zur Bereitstellung von Mitteln soll ein Ad-hoc-Finanzinstrument im Rahmen des Europäischen Investitionsfonds geschaffen werden.



Die Vorsitzende des Kulturausschusses, Sabine Verheyen (EVP, DE), betont, dass auf EU-Ebene mehr unternommen werden sollte, um den Branchen maßgeschneiderte Unterstützung zu bieten sowie Kredite und Zugang zu Finanzmitteln für die Kultur- und Kreativbranche bereitzustellen.


Mehr über die Maßnahmen der EU zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie.

In einer Debatte mit dem Kulturausschuss am 4. Mai teilten die EU-Kommissare Gabriel und Breton den Abgeordneten mit, dass ein EU-Unterstützungsplan für den kulturellen und kreativen Sektor im Rahmen des EU-Konjunkturprogramms in Vorbereitung sei. Neben der Flexibilität der laufenden Programme und der Strukturfonds werden auch direkte Unterstützungsmaßnahmen erwogen.


Die Kommission hat zudem die Einrichtung der neuen Plattform Creatives Unite unterstützt, die dem Kultur- und Kreativsektor einen Raum zum Informationsaustausch über Initiativen zur Reaktion auf die Corona-Krise bietet.


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