Daphne-Caruana-Galizia-Preis für Journalismus für Einreichungen geöffnet 

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Der neue Preis für Journalismus des Europäischen Parlaments zu Ehren der ermordeten maltesischen Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia ist für Einreichungen geöffnet.

Die Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia wurde am 16. Oktober 2017 bei einem gezielten Attentat durch eine Autobombe getötet  

Mit dem Daphne-Caruana-Galizia-Preis für Journalismus werden herausragende Journalisten geehrt, deren Arbeit sich mit den Werten und Prinzipien der EU befasst. Die Einführung der neuen Auszeichnung findet am 16. Oktober statt, dem Jahrestag der Ermordung Daphne Caruana Galizias. Beiträge können bis zum 31. August 2021 eingereicht werden.


"Mit dem Daphne-Caruana-Galizia-Preis wird die bedeutende Rolle anerkannt, die Journalisten beim Erhalt unserer Demokratien spielen, und die Bürger werden daran erinnert, wie wichtig eine freie Presse ist. Die Auszeichnung soll Journalisten bei der wichtigen und oft gefährlichen Arbeit, die sie leisten, helfen und die Unterstützung des Europäischen Parlaments für Investigativjournalismus widerspiegeln", so Heidi Hautala, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments.

Preisgeld von 20 000 Euro


Der mit 20 000 Euro dotierte Preis wird jährlich an Journalisten oder Journalistenteams jeglicher Staatsangehörigkeit verliehen, deren tiefgründige Reportagen von einem Medienunternehmen mit Sitz in der Europäischen Union veröffentlicht oder gesendet wurden. Kandidaten und Preisträger werden von einem unabhängigen Gremium ausgewählt.

Die Preisverleihung findet im Oktober 2021 im Europäischen Parlament statt.


Wer war Daphne Caruana Galizia?

Daphne Caruana Galizia war eine maltesische Journalistin und Bloggerin, die über Korruption, Geldwäsche, organisiertes Verbrechen, den Verkauf von Staatsbürgerschaften und Verbindungen der maltesischen Regierung zu den Panama Papers berichtete. Sie wurde aufgrund ihrer investigativen Arbeit Einschüchterungsversuchen und Morddrohungen ausgesetzt. Am 16. Oktober 2017 wurde Caruana Galizia durch eine Autobombe getötet.


Die Kritik am Vorgehen der Behörden bei der Aufklärung des Mordanschlags führte letztendlich zum Rücktritt des maltesischen Ministerpräsidenten Joseph Muscat.


Die EU-Abgeordneten kritisierten die Mängel bei der Morduntersuchung und forderten im Dezember 2019 die Europäische Kommission zum Handeln auf.


Das Europäische Parlament ist ein steter Verfechter der Pressefreiheit. In einer im Mai 2018 angenommenen Entschließung mahnte es die EU-Länder, eine angemessene öffentliche Finanzierung sicherzustellen und sich für pluralistische, unabhängige und freie Medien einzusetzen. Auch vor dem Hintergrund der Corona-Krise hebt das Parlament die Bedeutung der Pressefreiheit hervor.


In einem am 28. April 2021 veröffentlichten Bericht listet die "Plattform zur Förderung des Schutzes des Journalismus und der Sicherheit von Journalisten" des Europarats 201 schwere Verstöße gegen die Medienfreiheit im Jahr 2020 auf. Diese Zahl stellt einen Anstieg von 40 % gegenüber 2019 dar und ist die höchste Zahl, die seit der Gründung der Plattform im Jahr 2014 verzeichnet wurde. Eine Rekordzahl der Verstöße waren körperliche Übergriffe (52 Fälle) und Belästigung oder Einschüchterung (70 Fälle).

 

Sehen Sie sich unser Facebook-Interview zum Daphne-Caruana-Galizia-Preis für Journalismus an.