Digitaler Wandel: Bedeutung, Nutzen und EU-Politik 

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Erfahren Sie, wie die EU den digitalen Wandel in Europa zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger, der Unternehmen und der Umwelt mitgestaltet.

Der digitale Wandel gehört zu den obersten Prioritäten der EU. Das Europäische Parlament trägt dazu bei, die Politik so zu gestalten, dass Europas Kapazitäten im Bereich neuer digitaler Technologien gestärkt und neue Möglichkeiten für Unternehmen und Verbraucher geschaffen werden sowie der grüne Wandel der EU mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2050 vorangebracht wird. Es fördert eine Politik, welche die digitalen Fertigkeiten der Bürgerinnen und Bürger stärkt, die Weiterbildung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern fördert und öffentliche Dienste bei der Digitalisierung unterstützt. Bei all dem setzten sich die Abgeordneten dafür ein, dass die Grundrechte und die europäischen Werte gewahrt bleiben.

Im Mai 2021 hat das Parlament einen Bericht zur Gestaltung der digitalen Zukunft Europas angenommen, in dem die Kommission aufgefordert wird, die Herausforderungen des digitalen Wandels weiter anzugehen. Insbesondere sollen die Chancen des digitalen Binnenmarktes ausgeschöpft, die Nutzung Künstlicher Intelligenz verbessert und digitale Innovationen und Fähigkeiten unterstützt werden.

Was ist der digitale Wandel? 
  • Unter digitalem Wandel versteht man die Integration digitaler Technologien von Unternehmen in ihre Arbeitsabläufe und die Auswirkungen digitaler Technologien auf die Gesellschaft.  
  • Digitale Plattformen, das Internet der Dinge, Cloud Computing und Künstliche Intelligenz gehören zu den Technologien, die Einfluss nehmen auf... 
  • ... zahlreiche Bereiche, von der Transportbranche über die Energie, Agrar- und Ernährungswirtschaft, Telekommunikation, Finanzdienstleistungen und Fabrikfertigung bis hin zur Gesundheitsversorgung. Sie verändern das alltägliche Leben. 
  • Digitale Technologien können dazu beitragen, die Produktion zu optimieren und damit Emissionen und Abfälle zu verringern, die Wettbewerbsvorteile von Unternehmen zu steigern und den Verbrauchern neue Dienstleistungen und Produkte anzubieten. 

Finanzierung der digitalen Prioritäten der EU

Die Digitalisierung spielt in allen EU-Politikbereichen eine wesentliche Rolle. Die Corona-Krise hat die Notwendigkeit einer zukunftsorientierten Politik verdeutlicht, die der Gesellschaft und der Wettbewerbsfähigkeit langfristig zugute kommt. Digitale Lösungen bieten wichtige Chancen und sind für die Erholung von der Corona-Krise sowie die Wettbewerbsfähigkeit Europas in der Weltwirtschaft unerlässlich.

Der EU-Plan für wirtschaftlichen Erholung verlangt von den Mitgliedstaaten, mindestens 20 Prozent der 672,5 Milliarden Euro umfassenden Aufbau- und Resilienz-Fazilität für den digitalen Wandel bereitzustellen. Investitionsprogramme wie das forschungs- und innovationsfördernde Programm „Horizon Europe“ und die infrastrukturzentrierte Fazilität „Connecting Europe“ stellen ebenfalls erhebliche finanzielle Beträge für den digitalen Fortschritt zur Verfügung.

Während die allgemeine EU-Politik darauf abzielt, digitale Ziele durch alle Programme zu unterstützen, zielen einige Investitionsprogramme und neue Regelungen speziell auf den digitalen Wandel ab.


Programm "Digitales Europa

Das Parlament hat im April 2021 das Programm "Digitales Europa" angenommen. Dabei handelt es sich um das erste Finanzinstrument der EU, das speziell darauf ausgerichtet ist, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern digitale Technologien zugänglich zu machen. Es soll in die digitale Infrastruktur investieren, um mithilfe strategischer Technologien die Wettbewerbsfähigkeit Europas, den grünen Wandel und die Sicherung der technologischen Souveränität zu fördern.

Das Programm wird insgesamt 7.588 Millionen Euro in fünf Bereiche investieren: Supercomputing (2.227 Millionen Euro), Künstliche Intelligenz (2.062 Millionen Euro) Cybersicherheit (1.650 Millionen Euro) fortschrittliche digitale Kompetenzen (577 Millionen Euro) und Gewährleistung einer breiten Nutzung digitaler Technologien in Wirtschaft und Gesellschaft (1.072 Millionen Euro).

Online-Sicherheit gewährleisten

Online-Plattformen sind ein wichtiger Teil der Wirtschaft und des Lebens der Bürgerinnen und Bürger. Als Markplätze bieten Sie sehr viele Möglichkeiten und Chancen. Außerdem sind sie wichtige Kommunikationskanäle. Allerdings steht Europa auch vor Herausforderungen in Bezug auf Online-Unternehmen. Die EU arbeitet daher an neuen Rechtsvorschriften für digitale Dienste, welche die Wettbewerbsfähigkeit, Innovationen und das Wachstum fördern und gleichzeitig die Online-Sicherheit stärken. Illegale Inhalte sollen bekämpft und der Schutz der freien Meinungsäußerung, der Pressefreiheit und der Demokratie gewährleistetkratie gewährleistet werden.

Lesen Sie mehr darüber, warum und wie die EU plant Online-Plattformen zu regulieren.

Im April 2021 hat das Parlament nicht nur über Maßnahmen zur Gewährleistung der Online-Sicherheit verabschiedet, sondern auch neue Regelungen, die verhindern sollen, dass sich terroristische Inhalte im Internet verbreiten. Im Mai 2021 haben die Abgeordneten sich für ein neues europäisches Zentrum für Cybersicherheit ausgesprochen, das die europäischen Kapazitäten gegen Cyberbedrohungen erhöhen wird.

Künstliche Intelligenz und europäische Datenstrategie

Künstliche Intelligenz könnte dazu beitragen, die Gesundheitsversorgung zu verbessern, Autos sicherer zu machen und Dienstleistungen besser an die Kundinnen und Kunden anzupassen. Sie kann Produktionsprozesse verbessern und so europäischen Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil bringen, auch in Bereichen, in denen EU-Unternehmen bereits gut positioniert sind, wie der grünen und kreislauforientierten Wirtschaft, der Maschinenherstellung, der Landwirtschaft und dem Tourismus.

Um sicherzustellen, dass Europa das Beste aus den Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz macht, haben die Abgeordneten des Europäischen Parlaments betont, dass in diesem Bereich die Gesetzgebung den Menschen in den Mittelpunkt stellen sollte. Es soll ein rechtlicher Rahmen zur Künstlichen Intelligenz geschaffen werden, der Vertrauen schafft, ethische Standards umsetzt, Arbeitsplätze unterstützt, zum Aufbau einer wettbewerbsfähigen "Künstlichen Intelligenz made in Europe" beiträgt und die globalen Standards mitbeeinflusst. Am 21. April 2021 hat die Kommission einen Vorschlag für die Regulierung Künstlicher Intelligenz vorgelegt.


Erfahren Sie mehr darüber, wie die Abgeordneten Künstliche Intelligenz regulieren wollen.


Der Erfolg bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz in Europa hängt maßgeblich von einer gelungenen europäischen Datenstrategie ab. Das Parlament betont das Potenzial industrieller und öffentlicher Daten für EU-Unternehmen und Forscher. Es fordert europäische Datenräume, eine Massendaten-Infrastruktur und eine Gesetzgebung, die Vertrauen schafft.


Mehr Informationen dazu, was das Parlament für die europäische Datenstrategie fordert.


Digitale Kompetenzen und Bildung

Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig digitale Kompetenzen für die Arbeit und den gegenseitigen Austausch sind. Sie hat aber auch gezeigt, dass die digitalen Kompetenzen in der EU noch nicht ausreichend entwickelt sind und die digitale Bildung verbessert werden muss. Das Parlament fordert, dass die europäische Kompetenzagenda sicherstellt, dass Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen die Vorteile des technologischen Fortschritts voll ausschöpfen können.


Gerechte Besteuerung der digitalen Wirtschaft

Die meisten Steuervorschriften wurden festgelegt, lange bevor es die digitale Wirtschaft gab. Um Steuervermeidung einzudämmen und Steuern gerechter zu gestalten, fordern die Abgeordneten einen globalen Mindeststeuersatz und neue Besteuerungsrechte, die es ermöglichen, dass mehr Steuern dort gezahlt werden, wo die Wertschöpfung stattfindet und nicht dort, wo die Steuersätze am niedrigsten sind.


42 %  ; der EU-Bürger fehlt es an grundlegenden digitalen Fertigkeiten

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