Der Europäische Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds: Unterstützung von Nachhaltigkeit auf See 

 
 

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Zwischen 2021 und 2027 werden insgesamt 6,1 Milliarden Euro für nachhaltige Fischerei und den Schutz von Fischereigemeinden bereitgestellt.

Mit dem neuen Fonds wird Hilfe für Fischer bereitgestellt, deren Aktivitäten aufgrund der COVD-19-Krise eingestellt werden mussten  

Bei der Plenartagung im Juli 2021 haben die Mitglieder des Europäischen Parlaments den Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) gebilligt und über dessen Verwendung als Teil des langfristigen EU-Haushalts für die Jahre 2021 bis 2027 entschieden.

5,3 Milliarden Euro werden für die Bewirtschaftung von Fischereien, Aquakultur und Fischereiflotten bereitgestellt. Mit dem Rest werden wissenschaftliche Gutachten, Kontrollen und Überprüfungen, Marktinformationen sowie maritime Sicherheit und Meeresüberwachung finanziert.

Der EMFAF steht in Einklang mit der Gmeinsamen Fischereipolitik, die Regeln für eine nachhaltige Bewirtschaftung der europäischen Fischereiflotten und die Erhaltung der Fischbestände festlegt. Im März 2021 hat sich das Parlament auf seinen Standpunkt zur Reform der Fischereikontrollregelung geeinigt. Die Mitglieder fordern verpflichtende Überwachungskameras an Bord einiger größerer Schiffe, neue Maßnahmen gegen den Verlust von Fanggeräten und eine bessere Rückverfolgbarkeit in der gesamten Lebensmittelkette, auch für verarbeitete und importierte Produkte.

Unterstützung für Fischereigemeinden

Viele Fischereigemeinden wurden von der COVID-19-Pandemie hart getroffen und über den EMFAF werden Entschädigungen für Fischereibetriebe, deren Aktivitäten dauerhaft oder vorübergehend eingestellt werden, bereitgestellt. Im EMFAF sind auch besondere Mittelzuweisungen für junge Fischerinnen und Fischer (unter 40) vorgesehen, die zum ersten Mal ein Boot in der EU-Fischereiflotte registrieren. Mitgliedstaaten mit Regionen in äußerster Randlage müssen einen Aktionsplan ausarbeiten, um die volle Unterstützung dieser Fischereigemeinden sicherzustellen, da diese oft die am meisten gefährdeten sind.

Nachhaltige Meere und Ozeane

30 Prozent der Mittel sollten für Klimaschutzmaßnahmen im Sinne des Grünen Deals verwendet werden. Der Vorschlag trägt auch den internationalen Verpflichtungen der EU für sichere, saubere und nachhaltig bewirtschaftete Ozeane Rechnung.

Mit dem Fonds wird zudem das Einsammeln von verloren gegangenen Fanggeräten und Abfällen im Meer unterstützt, sodass auch ein Beitrag zu sauberen und gesunden Meeren und Ozeanen geleistet wird. Meere und Ozeane werden zunehmend durch Plastikmüll verschmutzt. Einer Schätzung zufolge könnten die Ozeane bis 2050 mehr Plastik als Fisch (nach Gewicht) enthalten. Kunststoffe sind einer der sieben Bereiche, die von der Europäischen Kommission als entscheidend für das Erreichen einer Kreislaufwirtschaft in der EU bis 2050 angesehen werden. Die europäische Strategie für Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft zielt auf den Ausstieg aus der Verwendung von Mikroplastik ab.