Unterstützung von Künstlern und Schutz von Status und Einnahmen von Kulturschaffenden in der EU 

 
 

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Dirigent, der ein Orchester während einer Musikveranstaltung dirigiert  

Künstler und Kulturschaffende sind mit am stärksten von der COVID-19-Krise betroffen. Erfahren Sie, wie das Europäische Parlament sie schützen will.

Kunst und Kultur haben vielen von der jüngsten Krise betroffenen Menschen Trost und Erleichterung gebracht. Die Künstler selbst sind jedoch eine gefährdete Gruppe, die von der Pandemie noch stärker betroffen ist.


Die Kultur- und Kreativwirtschaft wurde härter getroffen als die Tourismusbranche. Im Vergleich zu 2019 gingen die Einnahmen in diesem Sektor im Jahr 2020 um 30 Prozent zurück. In der Musikbranche und im Bereich der darstellenden Kunst betrug der Umsatzrückgang 75 bzw. 90 Prozent.


Europäischer Status der Künstler


Um für mehr Stabilität zu sorgen, fordert das Parlament einen „europäischen Status der Künstler“. Mit diesem Status soll ein EU-weiter Rahmen für Arbeitsbedingungen und Mindeststandards geschaffen werden, einschließlich eines gleichberechtigten Zugangs zu Sozialversicherung, Krankenversicherung, Rentensystemen und einer gemeinsamen EU-Definition von Künstlern.

Bereits vor der Pandemie hatten viele Künstler zu kämpfen und waren auf ein zweites Einkommen angewiesen, um einen angemessenen Lebensunterhalt zu verdienen. Wir fordern die Mitgliedstaaten und die Kommission auf, spezifische Maßnahmen zu ergreifen, um unsichere Einkommen, unbezahlte Arbeit und unsichere Arbeitsplätze zu bekämpfen und ein Mindesteinkommen für Künstler und Kulturschaffende sicherzustellen.

Monica Semedo (Renew, Luxemburg) 

Berichterstatterin

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Ein Künstler malt das Porträt einer Touristin  

Vereinfachte Mobilität


Die Abgeordneten betonten, dass die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten in Bezug auf den rechtlichen Status von Künstlern die Zusammenarbeit und grenzüberschreitende Projekte behindern. Die Mitgliedstaaten sollten die Mobilität durch die gegenseitige Anerkennung von Kulturdiplomen, den Abbau von Bürokratie und die Vermeidung von Doppelbesteuerung fördern.

Sie forderten spezifische Programme, um junge Kulturschaffende zur Mobilität und zum Austausch innerhalb Europas zu ermutigen.

Urheberrecht: Schutz vor Streaming-Plattformen


Während der Krise haben sich viele Urheber und ausübende Künstler auf neue digitale Vertriebsformate eingestellt. Dadurch konnten sie zwar ein größeres Publikum erreichen, waren aber auch unlauteren Praktiken der dominierenden Streaming-Plattformen ausgesetzt. Durch auferlegte „Buy-out-Klauseln“, mit denen Urheber gegen eine einmalige Zahlung das gesamte Urheberrecht veräußern, werden Kunstschaffenden ihre Lizenzgebühren vorenthalten. Die Abgeordneten forderten die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, dafür zu sorgen, dass Künstler Zugang zu Tarifverhandlungen haben und dass die Einnahmen gerecht an alle Urheber und Rechteinhaber verteilt werden.

Erfahren Sie mehr über die EU-Vorschriften zum Urheberrecht im digitalen Zeitalter.