Infografik: EU-Tag gegen Menschenhandel  

 
 

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18. Oktober - EU-Tag gegen Menschenhandel  

Der EU-Tag gegen Menschenhandel findet seit 2007 jedes Jahr am 18. Oktober statt. Er schafft eine Möglichkeit, auf das Problem des Menschenhandels aufmerksam zu machen. Die Zahl der Opfer des Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, der Ausbeutung der Arbeitskraft oder für andere Zwecke beläuft sich weltweit auf rund 20 Millionen. Rund 117 Milliarden Euro Profit werden pro Jahr mit Menschenhandel gemacht. Lesen Sie hier mehr über die EU-Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels.

"Vor fünf Jahren hat die EU durch das Inkrafttreten der EU-Richtlinie gegen Menschenhandel enorme Fortschritte erzielt, dennoch sind wir in unserem Ansatz noch nicht ausreichend koordiniert. Die Statistiken zeigen, dass die Zahl der Opfer des Menschenhandels weiter steigt", betont Catherine Bearder (ALDE), britische EU-Abgeordnete und Berichterstatterin der Entschließung des Parlaments vom Mai 2016 zur Umsetzung der Richtlinie.


Die Lage in der EU

Im Jahr 2012 vermeldeten die EU-Mitgliedstaaten 10 998 registrierte, identifizierte und mutmaßliche Opfer des Menschenhandels. 95 Prozent der Opfer sexueller Ausbeutung waren Frauen und Mädchen. 70 Prozent der registrierten Opfer der Arbeitsausbeutung waren Männer. Die Mehrzahl der identifizierten Opfer sowie der mutmaßlichen Menschenhändler in der EU waren EU-Bürger.  


Das EU-Parlament engagiert sich gegen Menschenhandel

2011 ist die EU-Richtlinie zur Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels, zum Schutz seiner Opfer und zur Strafverfolgung der Täter verabschiedet worden. Außerdem setzt die EU eine "Strategie zur Beseitigung des Menschenhandels" (2012-2016) um. Diese beinhaltet 40 Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels. Zudem ist ein EU-Koordinator für die Bekämpfung des Menschenhandels ernannt worden, um eine einheitliche und koordinierte Herangehensweise bei der Bekämpfung dieser Begebenheit zu gewährleisten.


Das EU-Parlament hat im Jahr 2016 die derzeitige EU-Gesetzgebung bewertet und in zwei Entschließungen, die im Mai und im Juli verabschiedet worden sind, verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Lage vorgeschlagen. Unter anderem riefen die EU-Abgeordneten die Mitgliedstaaten dazu auf, die bestehenden Gesetze besser umzusetzen und im Bereich der Unterstützung der Opfer stärker tätig zu werden.


Catherine Bearder sagt: "Durch die Flüchtlingskrise besitzt das Problem des Menschenhandels noch höhere Relevanz. Wir müssen in ganz Europa alles dafür tun, um die tausenden und abertausenden unbegleiteten und schutzbedürftigen Minderjährigen, die einem besonderen Risiko ausgesetzt sind, Opfer von Menschenhändlern zu werden, und die nur allzu leicht "verschwinden", zu beschützen."


Der EU-Tag gegen Menschenhandel (EU Anti-Trafficking Day) ist im Jahr 2007 nach einer Empfehlung des EU-Parlaments und einem Vorschlag der EU-Kommission ins Leben gerufen worden.