EU muss Gewalt in Stadien vorbeugen und Lizenzpflicht für Agenten und Wettbüros einführen 

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Der Kampf gegen Doping, Gewalt in den Stadien, manipulierte Spiele und skrupellose Spieleragenten muss mittels Maßnahmen auf europäischer Ebene geführt werden, fordern die Europaabgeordneten in einer am 2. Februar verabschiedeten Entschließung.

"Das Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon bedeutet eine Revolution für den Sport, denn er schafft erstmals die rechtliche Basis für diesen Bereich, in Form des Artikels 165", meinte der Berichterstatter Santiago Fisas Ayxela (EVP, ES) zur Einführung in die Debatte am Dienstag.


Sportliche Aktivität von Mädchen unterstützen


Die Abgeordneten fordern in dieser Entschließung, dass die EU alle Hindernisse identifiziert und beseitigt, die Mädchen und Frauen von der Ausübung eines Sports abhalten. Sie heben insbesondere hervor, dass "es nicht toleriert und nicht durch Anführen kultureller oder religiöser Gründe entschuldigt werden kann, wenn Eltern in Einwandererfamilien ihren Töchtern verbieten, in der Schule am Sport- und Schwimmunterricht teilzunehmen." Ein größerer Anteil von Frauen in den Führungsgremien von Sportorganisationen und -verbänden, der dem jeweiligen Anteil weiblicher Mitglieder entspricht, könnte mit dazu beitragen, die sportlichen Aktivitäten von Frauen zu fördern.


Schwarze EU-Liste der Hooligans


Das Parlament fordert, dass gewalttätige Anhänger oder Fans, die sich diskriminierend verhalten haben, aus allen europäischen Stadien ausgesperrt bleiben. Ein europäisches Register von Fans, die mit Stadiumverbot belegt sind, sollte den nationalen Polizeibehörden ermöglichen, dieses Verbot auch bei internationalen Spielen durchzusetzen. Die Abgeordneten appellieren an die Mitgliedstaaten und Sportverbände, streng gegen Homophobie und Rassismus gegenüber Athleten durchzugreifen.


Doping gehört ins Strafrecht


Um vor die Gesundheit der Sportler zu schützen, schlagen die Abgeordneten vor, dass der Handel mit Doping-Substanzen Drogendelikten strafrechtlich gleichgestellt wird. Ebenso sollten Spielmanipulation, Geldwäscherei, illegale Wetten sowie andere Betrügereien im Sport strafrechtlich geahndet werden. Ein eigenes Wett-Lizenzsystem sollte Veranstalter vor illegalen Wetten schützen.


Berufsregister für Spieleragenten


Der Beruf des Spieleragenten sollte auf EU-Ebene definiert werden, meinen die Abgeordneten. Agenten sollten Mindestqualifikationen nachweisen können, ihren Steuersitz in der EU haben und sich zur Einhaltung eines Berufskodex verpflichten, um eine Lizenz zur Ausübung des Berufs zu erhalten. Ein neues (nicht-öffentliches) EU-Register der Spieleragenten würde auch die Namen der Spieler anführen, für die der jeweilige Agent arbeitet; die Entlohnung der Agenten sollte nicht pauschal erfolgen, sondern in Teilraten verteilt über den Zeitraum des Engagements eines Spielers bei einem Verein ausbezahlt werden.


Sportliche und berufliche Karriere besser verbinden


Nationale Schulbehörden sollten gewährleisten, dass jungen Leistungssportlern eine adäquate Schulbildung geboten wird, fordert das Parlament. Ebenso sollten spezielle Curricula von Hochschulstudien für Athleten ermöglicht werden. Eine EU-weite Anerkennung ihrer Qualifikation und ihrer Erfahrung im Leistungsport sollte den Athleten zu mehr beruflicher Mobilität verhelfen, die zudem durch die Einführung eines "Erasmus"-Programms für Athleten und Trainer gefördert werden könnte.