Null Toleranz gegenüber sexueller Belästigung und sexuellem Missbrauch 

Pressemitteilung 
Plenartagung 
 
 

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  • EU-Strategie und Regelung gegen geschlechtsspezifische Gewalt gefordert
  • Maßnahmen gegen Dunkelziffer und seltene Meldung von Vorfällen besonders durch die Schwächsten
  • Task Force unabhängiger Sachverständiger zur Prüfung der Lage im EP

Die Abgeordneten verurteilen nachdrücklich sämtliche Formen von sexueller Gewalt und bedauern, dass diese Taten so bedenkenlos toleriert werden. Täter müssten bestraft werden.

Das Parlament wiederholt seine Forderung von 2014 an die Europäische Kommission, eine EU-weite Strategie vorzuschlagen, einschließlich eines Gesetzesentwurfs mit verbindlichen Instrumenten zum Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt, sexueller Belästigung und sexuellem Missbrauch.

 

Zur Bekämpfung sexueller Belästigung gehörten Sensibilisierungskampagnen, und auch die Probleme der zu seltenen Meldung von Vorfällen und der sozialen Stigmatisierung seien anzugehen, heißt es in dem Text.

Die Entschließung wurde mit 580 Stimmen angenommen, bei 10 Gegenstimmen und 27 Enthaltungen.

Sexuelle Belästigung im Parlament

 

Das Parlament sollte die jüngsten Vorwürfe über sexuelle Belästigung und Missbrauch dringend prüfen und eine obligatorische Schulung aller Angestellten und Mitglieder über Respekt und Würde am Arbeitsplatz einführen. Außerdem sollte es ein vertrauliches Register jeglicher Fälle führen, eine Task Force unabhängiger Sachverständiger einrichten und die förmlichen Verfahren sowie die Unterstützung der Opfer in Verfahren innerhalb des Parlaments und/oder mit der örtlichen Polizei verbessern.

 

Die Mitgliedstaaten sollten auch die Situation in ihren nationalen Parlamenten prüfen und geeignete Maßnahmen ergreifen, so die Abgeordneten. Abschließend fordern sie alle Politiker auf, „bei der Prävention und Bekämpfung sexueller Belästigung in den Parlamenten und darüber hinaus als verantwortungsvolle Vorbilder ein Beispiel zu setzen.“

 

Fakten

 

Eine Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) über Gewalt gegen Frauen von 2014 belegt:

  • jede dritte Frau hat während ihres erwachsenen Lebens physische oder sexuelle Gewalt erlebt,
  • bis zu 55 % der Frauen wurden in der EU sexuell belästigt,
  • 32 % aller Opfer in der EU gaben an, dass es sich bei dem Täter um einen Chef, Kollegen oder Kunden handelt; 75 % der Frauen in qualifizierten Berufen oder Führungspositionen wurden sexuell belästigt, und 61 % der Frauen im Dienstleistungssektor,
  • 20 % der jungen Frauen (18-29 Jahre) in der EU-28 haben bereits Cybermobbing erlebt, und
  • jede zehnte Frau wurde sexueller Belästigung oder Stalking mit Hilfe neuer Technologien ausgesetzt.