Neues EU-Solidaritätskorps bekommt eigenes Budget und eigenen Rechtsrahmen 

Pressemitteilung 
 
 

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  • Junge Menschen sollen Solidaritätsaktivitäten in der EU beitreten 
  • Budget von 375,6 Millionen Euro für 2018-2020 
  • Abgeordnete haben Aktivitäten wie Umweltschutz und Aufnahme von Migranten hinzugefügt 

Das Europäische Parlament und der Rat haben die Einrichtung eines neuen Europäischen Solidaritätskorps für Freiwilligenarbeit in der EU vereinbart.

Das Programm bekommt erstmals ein eigenes Budget von 375,6 Millionen Euro für 2018 bis 2020 und einen eigenen Rechtsrahmen.

Die Schaffung eines neuen Europäischen Solidaritätskorps wurde am Mittwoch, den 27. Juni vom Parlament und dem bulgarischen Ratsvorsitz der EU-Minister vereinbart. Es wird der Haupteintrittspunkt für Solidaritätsaktivitäten in der EU sein und jungen Menschen die Möglichkeit bieten, sich ehrenamtlich zu engagieren oder an Projekten zu arbeiten, von denen die Gemeinschaft profitieren kann.

Das Parlament hat ausgehandelt, dass 20% (76 Mio. EUR) der Mittel für diese Initiative aus frischem Geld kommen, und 80% aus Umschichtungen aus anderen Programmen, ohne dass größere Kürzungen für Erasmus+ vorgenommen werden.

Das Budget von 375,6 Mio. EUR wird zwischen 2018-2020 zur Verfügung gestellt. Das Parlament konnte 90% des Budgets für Freiwilligentätigkeiten und 10% für Praktika und Stellenvermittlungen sichern. Dies wird den Teilnehmern helfen, Fähigkeiten und Kenntnisse für ihre zukünftigen langfristigen Aussichten zu erwerben.

Die Unterhändler des Parlaments sicherten dem Programm auch eine breite Palette von Aktivitäten wie Solidarität, Bildung, Gesundheit, Umweltschutz, Katastrophenprävention, Bereitstellung von Nahrungsmitteln und Hilfsgütern sowie die Aufnahme und Integration von Migranten und Asylsuchenden. Non-Profit-Aktivitäten wird dabei Vorrang eingeräumt.

Seit seinem Start im Dezember 2016 haben sich fast 67.000 junge Menschen beim Europäischen Solidaritätskorps registriert, knapp 5.200 davon aus Deutschland. Spitzenreiter bei den Registrierungen für das Projekt ist Spanien mit bisher rund 10.500 jungen Menschen, gefolgt von Italien mit 10.000 und Frankreich mit rund 6.200.

Bisher wurde das Europäische Solidaritätskorps im Rahmen von acht verschiedenen Programmen umgesetzt. Für jedes einzelne davon gelten eine eigene Rechtsgrundlage, eigene Ziele und ein eigenes Budget. Durch die Schaffung einer eigenständigen Rechtsgrundlage wird nun auch ein umfassendes Finanzierungsinstrument mit klar definierten Zielen geschaffen. Das wird zur Festigung des Europäischen Solidaritätskorps beitragen, indem seine Kohärenz, Wirkung und Kosteneffizienz gesteigert, und noch mehr Möglichkeiten für junge Menschen geschaffen werden.

Zitat

Die Verhandlungsführerin des Europäischen Parlaments, Helga Trüpel (Grüne / EFA, DE), sagte: "Wir sind jetzt dabei, dieses fantastische Projekt auf die Beine zu stellen, das jungen Menschen die Chance geben wird, an Initiativen teilzunehmen, die Gemeinschaften in ganz Europa zugutekommen. Dieses Programm ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Solidarität in Europa.

Ich freue mich, dass der Rat endlich den Sinn erkannt und die erforderlichen Mittel für die Durchführung dieses Projekts bereitgestellt hat. Es wird auch mit einem Qualitätssiegel zertifiziert, um sicherzustellen, dass junge Menschen eine qualitativ hochwertige Versorgung, Unterkunft und Bezahlung erhalten. Diese Standards werden vor Ausbeutung schützen und davor, dass Arbeitsplätze durch den Einsatz junger Freiwillige untergraben werden."

Nächste Schritte

Nach der informellen Vereinbarung muss der Text zunächst vom Kultur- und Bildungsausschuss des Europäischen Parlaments bestätigt werden. Eine Abstimmung im Plenum des Parlaments zur Verabschiedung der neuen Regeln wird voraussichtlich im September folgen.

 

Weitere Informationen

Europäisches Solidaritätskorps - Website der Kommission

Factsheet der Kommission: Das Europäische Solidaritätskorps in Aktion

Das Europäische Solidaritätskorps voranbringen: Fragen und Antworten (Factsheet der Kommission, 30.05.2017)

Ausschuss für Kultur und Bildung

Stand des Gesetzgebungsverfahrens