COVID-19 Lock-down: Stopp dem Anstieg häuslicher Gewalt 

Pressemitteilung 
 
 

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  • In einigen EU-Ländern stiegen die Fälle häuslicher Gewalt um ein Drittel 
  • Mitgliedstaaten sollten Opfern flexible Möglichkeiten zur Meldung von Missbrauchsfällen anbieten 
  • Mehr Plätze in Schutzunterkünften sind einzurichten 
  • Frauen wird die Wirtschaftskrise nach dem Coronavirus viel härter treffen 

Die Vorsitzende des Frauenrechtsausschusses, Evelyn Regner, fordert mehr Unterstützung von Opfern häuslicher Gewalt in der COVID-19-Krise.

Sowohl weltweit als auch in einigen EU-Ländern sollen die Fälle häuslicher Gewalt in der Woche nach Einführung der Ausgangsbeschränkungen Berichten zufolge um ein Drittel angestiegen sein. Frauen in gewalttätigen Beziehungen sitzen zu Hause fest und sind ihrem Täter über längere Zeiträume ausgeliefert. Dies macht es für sie sehr schwierig, Notrufdienste zu verständigen.


In Hinblick auf diese Situation erklärte Evelyn Regner (S&D, AT), Vorsitzende des EP-Ausschusses für Frauenrechte und Gleichstellung der Geschlechter: „Diese Tage und die kommenden Wochen sind besonders für Frauen gefährlich. Wir alle stehen vor großen psychologischen Herausforderungen durch Isolation oder Quarantäne, aber Frauen und manchmal Kinder in gewalt-gefährdeten Haushalten stehen vor einem besonders anstrengenden Stresstest. Wir müssen daher diesem Thema jetzt besonderes Augenmerk widmen und unsere Maßnahmen zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen ausweiten. “


"Wir werden die Frauen in Europa nicht alleine lassen"


„Ich fordere dringend alle EU-Mitgliedstaaten auf, dieses Problem entschlossen anzugehen und aktiv zu kommunizieren, wo und wie die Betroffenen Hilfe erhalten können. Dies muss auch einfache Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme und Benachrichtigung der Polizei wie Textnachrichten oder Online-Chats sowie die Verwendung von Codewörtern mit Ärzten oder Apothekern umfassen“, so Regner.


„Darüber hinaus müssen mehr Plätze in Gewaltschutzeinrichtungen und Frauenhäusern bereitgestellt werden. Wo immer möglich, muss die EU derlei Maßnahmen der Mitgliedstaaten finanziell unterstützen und ihnen helfen, Betroffene darüber zu informieren“, fügte sie hinzu.


„Die COVID-19-Pandemie macht die Ungleichheit der Geschlechter in all ihren Formen und Ausprägungen deutlich sichtbar. Wie die Zahlen der OECD zeigen, sind 70% der Beschäftigten im Gesundheitswesen Frauen, ein großer Teil der unbezahlten Pflegearbeit wird von Frauen geleistet, und die bevorstehende Wirtschaftskrise wird Frauen viel härter treffen. Es ist unsere Aufgabe, die körperliche und geistige Gesundheit von Frauen und ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit über die COVID-19-Krise hinaus nachhaltig zu stärken. Wir werden die Frauen in Europa mit Sicherheit nicht alleine lassen “, schloss sie.