Internationaler Frauentag im Plenum des Europäischen Parlaments 

Pressemitteilung 
Plenartagung 
 
 

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David Sassoli, Jacinda Ardern, Kamala Harris und Ursula von der Leyen ehrten im Plenum die Frauen, die gegen Corona kämpfen. © EU 2021-EP  

Neuseelands Premierministerin Ardern, US-Vizepräsidentin Harris, EP-Präsident Sassoli und Kommissionspräsidentin von der Leyen würdigten die Frauen an vorderster Front in der Coronakrise.

Kurz vor der Eröffnung der Plenarsitzung am Montag beging das Parlament den Internationalen Frauentag 2021, der sich mit der Stärkung der Rolle der Frau und der Rolle der Frauen in Führungspositionen während der Corona-Pandemie befasst.


In seiner Eröffnungsrede erklärte EP-Präsident David Sassoli: „Die Pandemie birgt die Gefahr, dass die Errungenschaften der europäischen Frauen nach jahrzehntelangem Kampf um das Recht auf Arbeit, um geteilte Betreuungsarbeit, um Autonomie, um Respekt und um das Recht, eigene Entscheidungen zu treffen, zunichte gemacht werden. In Bezug auf das geschlechtsspezifische Lohngefälle fügte er hinzu: „Frauen in Europa verdienen im Durchschnitt 14,1% weniger als Männer. Dies ist nicht akzeptabel. Der Vorschlag der Kommission für verbindliche Maßnahmen zur Transparenz von Löhnen und Gehältern wird im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen“. Präsident Sassoli schloss mit dem Aufruf an alle Mitgliedsstaaten, das Übereinkommen von Istanbul zu ratifizieren, und an die EU, Gewalt gegen Frauen zu einer in ganz Europa anerkannten Straftat zu machen.


In einer vorab aufgezeichneten Videobotschaft betonte die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern, dass COVID-19 die strukturellen Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern noch verschärft hat. „Nur durch die vollständige - und sinnvolle - Einbeziehung von Frauen in Führungsrollen auf allen Ebenen können wir sicherstellen, dass unsere Antworten auf die Pandemie den Bedürfnissen aller gerecht werden'', sagte sie. Mit Blick auf das vor uns liegende Jahr wissen wir alle, dass es hart werden wird. Wir als Führungspersönlichkeiten werden auf die Probe gestellt werden, aber wir müssen der Versuchung des Protektionismus und des Nationalismus und deren falschen Versprechungen beim Wiederaufbau nach der Pandemie widerstehen. Wir müssen auch mehr tun, um von Frauen geführte Unternehmen als Teil der wirtschaftlichen Erholung zu unterstützen, damit sie leichter von den Vorteilen des Handels profitieren können."


In ihrer vorab aufgezeichneten Videobotschaft ging die erste weibliche Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten, Kamala Harris, auf die vielen Herausforderungen ein, denen sich Frauen in der Krise gegenübersehen. „Wir müssen die Sicherheit der Frauen zu Hause und in jeder Gemeinschaft gewährleisten. Wir müssen sie bei der Arbeit mit Würde behandeln und die notwendigen Strukturen schaffen, damit sie sich sowohl um ihre Familien kümmern als auch im Berufsleben hervorragen können. Und schließlich müssen wir den Frauen eine gleichberechtigte Stimme bei der Entscheidungsfindung geben, denn das ist eine wesentliche Voraussetzung für freie und faire Demokratien. Dies ist nicht nur ein Akt des guten Willens, dies ist ein Zeichen der Stärke. Wenn wir eine Welt aufbauen, die für Frauen funktioniert, werden unsere Nationen alle sicherer, stärker und wohlhabender sein.''


Kamala Harris äußerte sich auch über die Zukunft der Beziehungen zwischen der EU und den USA: „Präsident Biden und ich freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern dieses Parlaments bei der Stärkung des transatlantischen Bündnisses.“ In Anbetracht der vielen Krisen, mit denen die Welt konfrontiert ist, fügte sie hinzu: „Es ist wichtig, dass wir zusammenarbeiten, um jene Prinzipien voranzutreiben, die Demokratien stärken: Verantwortlichkeit und Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte. Lassen Sie uns in dieser Hinsicht die Gelegenheiten ergreifen, die sich uns jetzt schon bieten.''


Die feierliche Sitzung endete mit einer Rede der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen im Plenarsaal. „Zu vielen Frauen in Europa fehlt die grundlegende Möglichkeit, zu arbeiten und ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Heute liegt die Beschäftigungsquote für Frauen bei 67%, während die der Männer 78% beträgt. Das ist einfach nicht akzeptabel. Letzte Woche haben wir uns ein neues Ziel für Europa gesetzt: Wir müssen das geschlechtsbedingte Gefälle bei der Beschäftigung um die Hälfte verringern, und bis zum Ende dieses Jahrzehnts müssen 78% aller in Europa wohnenden Menschen einen Arbeitsplatz haben. Es wird nicht einfach sein, aber wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um dieses Ziel zu erreichen'', sagte sie. „Die Kommission verlangt, dass alle Mitgliedsstaaten die Frauen ins Zentrum ihrer Corona-Aufbaupläne stellen. Es wird nur dann ein echter Aufschwung sein, wenn diese Pläne für alle gelten'', schloss sie.



Links zu den einzelnen Redebeiträgen:


David Sassoli, Präsident des Europäischen Parlaments

Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland

Kamala Harris, Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission