Die Coronakrise und die Folgen für Kinder: Risiken für Gesundheit und Bildung 

Pressemitteilung 
Plenartagung 
 
 

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  • COVID-19 hat gravierende Auswirkungen in Bezug auf Armutsrisiko, Recht auf Bildung, psychische Gesundheit, Gewalt und Missbrauch  
  • Forderung nach einer Europäischen Kindergarantie 
  • Minderjährige, und insbesondere unbegleitete, Migranten schützen 

Die EU-Länder müssen mehr in Bildung, Gesundheitsversorgung, Wohnraum, Familienförderung und Kinderbetreuung investieren und sicherstellen, dass diese Leistungen alle Kinder erreichen.

„Ein Kind ist in erster Linie ein Kind“, so steht es in der am Donnerstag mit 545 Stimmen, bei 24 Gegenstimmen und 119 Enthaltungen angenommenen Entschließung, „unabhängig von seiner ethnischen Herkunft, seinem Geschlecht, seiner Nationalität, seinem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Hintergrund, seinen Fähigkeiten und seinem Migrations- oder Aufenthaltsstatus.“


Der Text hebt den enormen Tribut hervor, den die COVID-19-Krise von den Kindern fordert, nicht nur, weil dadurch das Armutsrisiko für sie steigt, sondern auch, weil die Krise den Zugang zu Bildung stark einschränkt, die körperliche und geistige Gesundheit von Kindern gefährdet und die Gefahr erhöht, dass sie Gewalt und Missbrauch ausgesetzt werden. Die Abgeordneten fordern die Kommission auf, wie angekündigt im ersten Quartal 2021 einen Vorschlag zur Einführung einer Europäischen Kindergarantie vorzulegen.


Alle Kinder müssen ein Recht auf Bildung haben


Die EU-Länder sollen die notwendigen Maßnahmen ergreifen, jedem Kind das Recht auf Bildung zu garantieren, zu verhindern, dass es die Schule vorzeitig verlässt, und einen geschlechtergerechten Zugang zu inklusiver Bildung von frühester Kindheit an sicherzustellen, auch für Roma-Kinder, Kinder mit Behinderungen und Migrantenkinder. Die Abgeordneten betonen, dass „digitaler Unterricht niemals auf Dauer Präsenzunterricht ersetzen sollte“ und fordern außerdem, dass altersgerechte Informationen über Sex und Sexualität in den Lehrplan aufgenommen werden.


Integration und Inklusion von Migranten- und Flüchtlingskindern


Die Abgeordneten unterstreichen, dass die Situation minderjähriger Migranten sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU verbessert werden muss. Im Zentrum müssten Familienzusammenführung und angemessene Aufnahmebedingungen stehen, wobei alle Hindernisse für den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und zu Integrationsmaßnahmen beseitigt werden sollten. Die Abgeordneten fordern außerdem, dass die Mitgliedstaaten die Inhaftierung von Kindern vermeiden und garantieren sollten, dass qualifizierte gesetzliche Vertreter und Betreuer für unbegleitete Minderjährige ernannt werden.


Kampf gegen sexuellen Missbrauch


Besonders besorgt sind die Abgeordneten über den sexuellen Missbrauch von Kindern, der infolge der Pandemie und der Ausgangsbeschränkungen zugenommen hat, während soziale Dienste und Schutzeinrichtungen kaum noch erreichbar sind. Insgesamt 23 EU-Mitgliedsstaaten haben die Richtlinie von 2011 zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern noch nicht umgesetzt, was die Abgeordneten bedauern und für inakzeptabel halten.


Die Entschließung fordert außerdem, alle Formen der Kinderarbeit rechtlich und praktisch zu unterbinden, und alle Formen von Gewalt gegen Kinder und Diskriminierung von Kindern, einschließlich Zwangsheirat, Menschenhandel, Folter, Ehrenmord, Genitalverstümmelung, Inzest, erzwungener Schulabbruch und der Einsatz von Kindern als Soldaten, zu verhindern.


Zitat


„Die aktuelle Pandemie hat die Ungleichheiten, die so viele Kinder in ganz Europa erleben, noch verschärft. Wir fordern die Kommission und die Mitgliedsstaaten auf, die notwendigen Mittel zu ihrem Schutz bereitzustellen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um Armut, sexuellen Missbrauch und Ausbeutung zu beenden", sagte der Berichterstatter Juan Fernando López Aguilar (S&D, ES) während der Plenardebatte am Mittwoch.