Arbeitsmigration: Parlament fordert mehr legale Wege in die EU 

Pressemitteilung 
Plenartagung 
 
 

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  • Legale Migrationswege würden irreguläre Migration reduzieren und gegen Schlepper und Menschenhändler helfen 
  • Engpässe auf dem EU-Arbeitsmarkt und Überalterung der Bevölkerung müssen angegangen werden 
  • Einrichtung eines EU-Talentpools, um Arbeitgeber mit Arbeitnehmern zusammenzubringen 

Ein EU-Rahmen für legale Migration würde geordnete Zuwanderung fördern, dringend benötigte Arbeitskräfte anziehen, Schlepper und Menschenhändler untergraben und die Integration erleichtern.

In einem mit 495 Stimmen zu 163 und 32 Enthaltungen angenommenen Bericht hebt das Parlament hervor, dass die legale Migration seit 2015 kaum noch Teil der Migrationspolitik der EU ist und unterstreicht, dass das Neue Migrations- und Asyl-Paket keine spezifischen Vorschläge in diesem Bereich enthält.

„Die Politik der EU und der Mitgliedstaaten im Bereich der legalen Migration sollte auf Engpässe auf dem Arbeitsmarkt und den Fachkräftemangel reagieren", argumentieren die Abgeordneten und verweisen auf die alternde Bevölkerung und die schrumpfende Zahl an Arbeitskräften. Die Abgeordneten fordern, dass die bestehende Gesetzgebung überprüft und der Geltungsbereich erweitert wird, da sie derzeit hauptsächlich hochqualifizierte oder hochbezahlte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und multinationale Unternehmen abdeckt, während nur die Saisonarbeiter-Richtlinie auf die Migration von Niedriglohnempfängern abzielt.


Der Bericht betont die wichtige Rolle von Geldüberweisungen und die Vorteile, die eine sichere, reguläre und geordnete Migration sowohl für die Herkunfts- als auch für die Aufnahmeländer hat. In Anbetracht des Risikos eines „Brain Drain“, also der Abwanderung von Fachkräften, schlagen die Abgeordneten vor, die zirkuläre Migration zu fördern. Dabei kehrt der oder die Migrierende nach einer gewissen Zeit in ihr oder sein Herkunftsland zurück und reist dann aus beruflichen Gründen möglicherweise wieder aus. Zu diesem Zweck sollte die Kommission den Ansatz anderer Staaten analysieren, wie z.B. ein punktebasiertes System. Die Abgeordneten schlagen außerdem vor, ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu erlauben, längere Zeit außerhalb ihres Gastlandes zu verbringen, damit sie leichter in ihre Heimatländer reisen können.


EU-Talentpool für Arbeitskräfte aus Drittstaaten


Um besser auf den Arbeitskräftebedarf auf den nationalen Märkten reagieren zu können, schlagen die Abgeordneten die Entwicklung eines Talentpools und einer Matching-Plattform auf EU-Ebene vor, die alle Sektoren und Beschäftigungsebenen abdeckt und als zentrale Anlaufstelle für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Drittstaaten, EU-Arbeitgeber und nationale Verwaltungen dienen würde.

Der Bericht empfiehlt außerdem, die Bewertung und Anerkennung von Diplomen, Zertifikaten und anderen beruflichen Qualifikationen zu erleichtern und zu beschleunigen. Dies würde die Mobilität innerhalb der EU stärken, was wiederum zur Anpassung des Arbeitsmarktes und zum allgemeinen Wirtschaftswachstum in den Mitgliedstaaten beitragen kann.

Zitat

„Ich möchte eine positive Botschaft über Migration senden, die sich auf ihre positiven Auswirkungen konzentriert, anstatt sich in fremdenfeindlicher Rhetorik zu verlieren", sagte Berichterstatterin Sylvie Guillaume (S&D, FR) während der Debatte im Plenum am Mittwochnachmittag. "Migration ist eine demografische, wirtschaftliche und menschliche Realität, die Europa angesichts seiner alternden Bevölkerung und des Arbeitskräftemangels in mehreren Schlüsselsektoren braucht. Wir müssen bedenken, dass es zu mehr illegalen Wegen führt, wenn es weniger legale Migrationswege gibt, und die einzigen, die davon profitieren, sind die Menschenschlepper."