Der LUX-Filmpreis geht an „Kollektiv – Korruption tötet“ von Alexander Nanau 

Pressemitteilung 
Plenartagung 
 
 

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Der Gewinner des LUX-Publikumspreises 2021: Alexander Nanau für den Film „Kollektiv – Korruption tötet“ © EP  

Parlamentspräsident David Sassoli hat am Mittwoch während einer Zeremonie in Straßburg den LUX-Publikumspreis an den Film „Kollektiv – Korruption tötet“ verliehen.

„Nach der Zeit, die wir gerade durchlebt haben, wächst das Bedürfnis der Menschen, zusammenzukommen, nicht nur in Räumen, die für Debatten gemacht sind, sondern auch an Orten wie Kinos, und das ist dringend notwendig. Kultur und Kino sind nicht nur Ausdruck unserer Kreativität oder wirtschaftlichen Vitalität, sondern unterstreichen auch den Pluralismus und die demokratische Vitalität unserer Gesellschaften“, sagte David Sassoli während der hybrid veranstalteten Zeremonie.

Der Regisseur und Produzent des Films, Alexander Nanau, nahm den Preis entgegen und zollte den Opfern und Familien, die in die Tragödie verwickelt waren sowie der freien Presse, die sie aufgedeckt hat, Respekt. „Wir wollen die Korruption in Europa bekämpfen und wir wollen eine freie Presse“, sagte er. „Gesellschaften entwickeln sich nicht weiter, wenn wir keine kulturelle Bildung und keine freie Presse haben. Es ist Ihre Pflicht, unsere Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen und die Ausgaben für Kultur und Bildung zu gestalten und den Journalismus zu schützen“, sagte er.

Die anderen zwei Filme in der Vorauswahl waren „Der Rausch“ des dänischen Regisseurs Thomas Vinterberg und „Corpus Christi“ des polnischen Regisseurs Jan Komasa.

Erfahren Sie mehr über die für den LUX-Publikumspreis nominierten Filme.

Die Filme wurden zum einen vom öffentlichen Publikum, zum anderen von den Europa-Abgeordneten bewertet. Die Durchschnittsbewertungen der beiden Gruppen flossen zu jeweils 50 % in die Gesamtwertung ein.

Die Corona-Pandemie hat die Kreativ- und Kinobranche hat getroffen. Im Kino konnten die drei Finalisten-Filme nur begrenzt vorgeführt werden, sodass die Filme vor allem online gezeigt wurden. Das Publikum konnte die Filme bis zum 23. Mai bewerten, die Abgeordneten bis zum 8. Juni.

Der Gewinnerfilm

„Kollektiv – Korruption tötet“ (Originaltitel: „Colective“) des rumänischen Regisseurs Alexander Nanau

Dieser bewegende Dokumentarfilm ist nach dem Bukarester Nachtlub „Colective“ benannt, in dem im Jahr 2015 bei einem Brand 27 junge Menschen starben und 180 Personen verletzt wurden. Der Dokumentarfilm begleitet ein Team von Journalisten, das herausfinden möchte, warum 37 der Verletzten nach dem Brand im Krankenhaus sterben mussten, obwohl ihre Verletzungen nicht lebensgefährlich waren. Aufgedeckt wurden desaströse Missstände rund um Vetternwirtschaft und Korruption. Gleichzeitig zeigt Nanau, wie man mit Mut und entschlossenem Handeln gegen korrupte Systeme ankämpfen kann. Der Film wurde 2021 für die Oscars in den Kategorien "Bester Internationaler Film" und "Bester Dokumentarfilm" nominiert.


Pressekonferenz und weitere Veranstaltungen

Sehen Sie die Aufzeichnung der Pressekonferenz von 13:15 Uhr bis 14:00 Uhr, an der die Gewinner, die anderen Finalisten, die Europäische Filmakademie und die Vorsitzende des Kulturausschusses, Sabine Verheyen (EVP, Deutschland), teilnehmen.

Um 14:00 Uhr findet auf Facebook ein Live-Stream mit dem Gewinner statt.

In einem Webinar können Sie mehr darüber erfahren, wie die Zukunft der europäischen Kinolandschaft nach der Corona-Pandemie aussehen wird. Mehr Informationen zu der Veranstaltung finden Sie auf der Facebook-Seite des LUX-Preises.

Der LUX-Publikumspreis


Der LUX-Publikumspreis ist ein paneuropäischer Filmpreis, den das Europäische Parlament gemeinsam mit der Europäischen Filmakademie organisiert, um die Verbindungen zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und der Politik zu stärken. Der LUX-Publikumspreis ist eine Weiterführung des LUX-Preises, dem Filmpreis des Europäischen Parlaments. Dieser wurde 2007 ins Leben gerufen, um europäische Filme zu fördern, die gesellschaftliche Debatten über politische und soziale Themen anstoßen. Die Finalisten-Filme werden in allen 24 EU-Amtssprachen untertitelt.

Auch die Europäische Kommission und das Europa Cinemas Network sind Partner des LUX-Preises.