Gesundheitsunion: Arzneimittel müssen leichter zugänglich und bezahlbar sein 

Pressemitteilung 
 
 

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  • Aufruf zu einer patientenorientierten EU-Arzneimittelpolitik 
  • Widerstandsfähigkeit durch Prävention von Arzneimittelengpässen, Sicherung der Lieferketten und nachhaltige Arzneimittel erhöhen 
  • Für eine transparente, wettbewerbsfähige und innovative europäische Arzneimittelindustrie 
Abgeordnete fordern Maßnahmen zur Gewährleistung sicherer, leichter zugänglicher und erschwinglicher Arzneimittel ©gemenacom/AdobeStock  

Die Abgeordneten schlagen vor, die Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit von Arzneimitteln zu verbessern, die Preistransparenz zu erhöhen und gemeinsame öffentliche Aufträge der EU zu fördern.

Die Entschließung ist der Beitrag des Parlaments zum Vorhaben der Kommission, die EU-Arzneimittelgesetzgebung im Jahr 2022 zu aktualisieren, und wurde am Mittwoch mit 527 Ja-Stimmen, 92 Nein-Stimmen und 70 Enthaltungen angenommen.


Zu den wichtigsten Empfehlungen oder Forderungen des Berichtsentwurfs gehören, die Ursachen von Arzneimittelengpässen zu beheben, den Zugang von Patienten zu sicheren, bezahlbaren und wirksamen Behandlungen mit Arzneimitteln zu gewährleisten und die Preistransparenz zu erhöhen. Weitere Forderungen sind eine öffentliche FuE-Finanzierung sowie der Aufbau einer Resilienz in der Herstellung und der Versorgung in der EU. Weitere Informationen dazu hier (auf Englisch).


Während der Plenardebatte am Montag erklärten die Abgeordneten, dass eine der wichtigsten Lehren, die die politischen Entscheidungsträger aus der Coronakrise gezogen haben, die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit auf europäischer Ebene in Verbindung mit der Verbesserung der Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit der nationalen Gesundheitssysteme ist. Die EU müsse sich bemühen, die Unabhängigkeit ihrer Arzneimittelversorgung wiederherzustellen und öffentlich-private Partnerschaften zu stärken. Eine große Mehrheit der Abgeordneten forderte einen aktualisierten, soliden Rechtsrahmen, der die Sicherheit und Wirksamkeit pharmazeutischer Erzeugnisse garantiert, eine faire und transparente Preisgestaltung sowie die Einhaltung der Umweltverpflichtungen durch die Industrie.


Zitat


Berichterstatterin Dolors Montserrat (EVP, ES): „Der Bericht stärkt die Arzneimittelstrategie der EU im Hinblick auf die Aktualisierung der entsprechenden Gesetzgebung und stellt die Patienten in den Mittelpunkt der Gesundheitspolitik. Wir müssen Lücken in der medizinischen Versorgung entschlossen angehen und den Zugang zu Arzneimitteln fördern, während wir gleichzeitig unsere nationalen Gesundheitssysteme nachhaltiger gestalten. Die öffentlich-privaten Partnerschaften in der EU müssen zudem gestärkt werden, um eine strategisch autonome und widerstandsfähige Arzneimittelindustrie zu schaffen, die durch ein wirksames Anreizsystem unterstützt und durch ein stabiles und sicherheitsorientiertes Regulierungssystem, das sich auf dem neuesten Stand befindet, geregelt wird".


Nächste Schritte


Die Kommission wird voraussichtlich gegen Ende 2022 eine Aktualisierung der EU-Arzneimittelvorschriften vorschlagen.


Hintergrund


Am 25. November 2020 hat die Kommission eine Arzneimittelstrategie für Europa angenommen, eine wichtige Initiative im Rahmen der Europäischen Gesundheitsunion. Ihr Ziel ist es, der EU- Arzneimittelpolitik eine langfristige Vision zu geben: Sie soll krisenresistent und nachhaltig sein, die Position der EU als Weltmarktführerin stärken und gleichzeitig den Zugang zu erschwinglichen Arzneimitteln für Patienten sicherstellen.