Daphne-Caruana-Galizia-Preis für Journalismus: Aufruf zur Einreichung von Beiträgen 

Pressemitteilung 
 
 

Diese Seite teilen: 

  • Jährlich vergebener Preis für herausragende journalistische Leistungen, mit denen die Grundwerte der EU gefördert und verteidigt werden 
  • Gewinnerbeitrag von unabhängiger Jury mit Vertretern aus Presse und Zivilgesellschaft ausgewählt 
  • 20.000 Euro Preisgeld 
  • Preisverleihung Mitte Oktober zum Jahrestag der Ermordung von Daphne Caruana Galizia 
Der Daphne-Caruana-Galizia-Preis zeichnet herausragenden Journalismus aus, der die Werte der EU verteidigt ©AFP/STRINGER  

Am 3. Mai, dem Welttag der Pressefreiheit, hat das Parlament den Aufruf zur Einreichung von Beiträgen für den zweiten Daphne Caruana Galizia-Preis für Journalismus veröffentlicht.


Mit dem Preis werden jedes Jahr herausragende journalistische Leistungen ausgezeichnet, mit denen die Prinzipien und Grundwerte der Europäischen Union gefördert und verteidigt werden. Dabei geht es etwa um Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichstellung, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte.

Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, sagte: „Die Botschaft des Europäischen Parlaments ist klar: Europa steht an der Seite derer, die die Wahrheit suchen. Daphne wurde zum Schweigen gebracht, weil sie die Wahrheit aufdeckte, und wir sollten niemals zulassen, dass Journalisten zur Zielscheibe oder zum Opfer werden. Mit diesem Preis wird das Europäische Parlament weiterhin die Meinungsfreiheit, die Medienvielfalt und den Qualitätsjournalismus verteidigen und dazu beitragen, diese Werte an künftige Generationen weiterzugeben.“

Der Preis steht allen professionellen Journalistinnen, Journalisten und Journalistenteams offen – die Staatsangehörigkeit spielt dabei keine Rolle. Eingereicht werden können journalistische Beiträge, die von Medien in einem der 27 Mitgliedstaaten der EU veröffentlicht oder ausgestrahlt wurden. Ziel ist es, die Bedeutung des professionellen Journalismus für den Schutz von Freiheit und Gleichheit zu unterstützen und hervorzuheben.

Wer den Preis gewinnt, entscheidet eine unabhängige Jury, in der die Presse und die Zivilgesellschaft aller 27 EU-Mitgliedstaaten ebenso vertreten sind wie die wichtigsten europäischen Journalismusverbände. Verliehen wird der Preis jedes Jahr rund um den Jahrestag der Ermordung von Daphne Caruana Galizia am 16. Oktober.

Mit dem Preis und dem Preisgeld von 20.000 Euro zeigt das Europäische Parlament, dass es sich für Enthüllungsjournalismus einsetzt und dass die Pressefreiheit ein hohes Gut ist. In den letzten Jahren hat es vor Versuchen gewarnt, den Medienpluralismus in der EU und darüber hinaus zu untergraben. Die Abgeordneten haben die Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten, insbesondere durch Politiker, angeprangert und die EU-Kommission aufgefordert, Rechtsvorschriften gegen missbräuchliche Klagen vorzulegen. Am 27. April wurde ein Vorschlag angekündigt, um böswillige Klagen gegen Medienschaffende und Aktivistinnen sowie Aktivisten zu bekämpfen.


Die Beiträge können online bis einschließlich 31. Juli 2022 unter https://daphnejournalismprize.eu/ eingereicht werden.

Die eingereichten Beiträge müssen zwischen dem 1. September 2021 und dem 31. Juli 2022 in Print-, audiovisuellen oder Online-Medien mit Sitz in einem der 27 EU-Mitgliedstaaten veröffentlicht bzw. ausgestrahlt worden sein.


Wer war Daphne Caruana Galizia?


Daphne Caruana Galizia war eine maltesische Enthüllungsjournalistin, Bloggerin und Aktivistin. Sie berichtete über Korruption, Geldwäsche und organisiertes Verbrechen, aber auch über den Handel mit der Staatsbürgerschaft des Landes und die Verwicklung der maltesischen Regierung in die Affäre um die Panama-Papiere. Dafür schüchterte man sie ein und bedrohte sie. Am 16. Oktober 2017 fiel sie einer Autobombe zum Opfer. Die Skandale rund um die Ermittlungen der Behörden im Mordfall Daphne Caruana Galizia führten schließlich zum Rücktritt von Ministerpräsident Joseph Muscat. Das Europäische Parlament äußerte im Dezember 2019 heftige Kritik an den Ermittlungspannen und forderte die Kommission zum Handeln auf.


Kontakt: