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Parlamentarische Anfragen
7. Januar 2010
E-6005/2009
Antwort von Herrn Verheugen im Namen der Kommission

1. Die Kommission möchte den Herrn Abgeordneten auf die 2007 von vierzehn Raumfahrtbehörden eingeführte Globale Forschungsstrategie (global exploration strategy) hinweisen. Darin wird anerkannt, dass nachhaltige Raumforschung eine Herausforderung darstellt, die kein Land allein meistern kann, und der Mond wird als „unser nächstes und erstes Ziel“ bezeichnet (siehe http://esamultimedia.esa.int/docs/GES_Framework_final.pdf). Obwohl dieses Rahmendokument nicht bindend ist, stellt es in der Entwicklung hin zu einem umfassenden globalen Ansatz für die Raumforschung einen bedeutenden Schritt dar. Beachtet werden sollte auch, dass die EU/ESA(1) beträchtliche Erfahrung in der bemannten Raumfahrt gewonnen hat, insbesondere durch die Internationale Raumstation (ISS). Bislang sind über 30 Männer und Frauen aus EU/ESA-Mitgliedsländern in den Weltraum geflogen. Vor diesem Hintergrund haben die für Raumfahrtangelegenheiten zuständigen EU-Minister die Kommission aufgefordert, mithilfe einer internationalen Konferenz eine offene Debatte darüber in Gang zu setzen, welche Rolle die EU/ESA für die Zukunft der bemannten Raumfahrt spielen soll. Diese Konferenz fand am 23. Oktober 2009 in Prag statt. Ihre Ergebnisse können auf der folgenden Website eingesehen werden: http://www.space-conference-prague.eu.

In Prag wurde vereinbart, eine weitere hochrangige Konferenz im Oktober 2010 unter der belgischen Ratspräsidentschaft zu veranstalten.

2. Die Kommission hat bislang noch keinen genauen Überblick über die geschätzten Kosten und Investitionen, die eine europäische Mondlandungsmission nach sich ziehen würde.

3. Die Kommission möchte den Herrn Abgeordneten daran erinnern, dass zur Umsetzung weiter gehender ehrgeiziger Engagements der EU/ESA in der Raumfahrt — sofern sie denn beschlossen werden — ein so langer Vorlauf notwendig ist, dass die Dauer der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise weit überschritten wird. Gerade weil Weltraumaktivitäten langfristig angelegt sind, wurde die europäische Beteiligung an der Internationalen Raumstation auch nicht aufgrund der Krise beendet, sondern wie geplant realisiert.

4. Es ist eine Tatsache, dass Weltraumforschung politisch weltweit als Symbol für Macht und Ansehen gilt. Alle Nationen mit globalen Ambitionen betreiben daher eine ehrgeizige Raumforschungspolitik.

Dennoch hat weder die Kommission als Ganzes noch ein einzelner Kommissar jemals aus diesen Gründen europäische Raumforschungsaktivitäten gefordert.

Die Kommission ist der Ansicht, dass Weltraumforschung bedeutenden wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen haben kann. In Prag hat das für Unternehmen und Industrie zuständige Kommissionsmitglied entschieden vor einem „Wettlauf in den Weltraum“ gewarnt und die Weltraumforschung als gemeinsames Vorhaben der gesamten Menschheit vorgestellt.

5. Im europäischen Raumfahrtsektor sind zurzeit etwa 30 000 Menschen, hauptsächlich hoch qualifizierte Ingenieure, direkt beschäftigt.

6. & 7. Siehe Tabellen im Anhang.

(1)Europäische Weltraumorganisation (European Space Agency).

Letzte Aktualisierung: 15. Januar 2010Rechtlicher Hinweis