In einem Bericht der UEFA wird enthüllt, dass in der abgelaufenen Saison in skandalöser Weise Fußballspiele verschoben worden sind. So etwas stellt ganz eindeutig ein schlechtes Vorbild für die Jugend dar und führt den Sinn des Sports ad absurdum, der auf Grund der enormen Summen, um die es bei Sportwetten geht, pervertiert.
In Artikel 165 Absatz 2 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union heißt es: „Die Tätigkeit der Union hat folgende Ziele: [...] Entwicklung der europäischen Dimension des Sports durch Förderung der Fairness und der Offenheit von Sportwettkämpfen und der Zusammenarbeit zwischen den für den Sport verantwortlichen Organisationen sowie durch den Schutz der körperlichen und seelischen Unversehrtheit der Sportler, insbesondere der jüngeren Sportler.”
Hat die Kommission diese Vorfälle geprüft, und wie bewertet sie sie? Welche Maßnahmen soll die UEFA nach Auffassung der Kommission gegen die Verbände ergreifen, deren Mannschaften, Funktionäre oder Sportler in den Skandal verwickelt sind? Welche Maßnahmen wird die Kommission angesichts der gewaltigen Summen, die jährlich bei legalen oder illegalen Sportwetten umgesetzt werden und die einen permanenten Anreiz für Betrug bei Sportveranstaltungen bieten, ergreifen?
Spielmanipulation untergräbt die soziale und pädagogische Funktion des Sports. Sie verdreht den Charakter sowohl des professionellen als auch des Laiensports, da sie eine direkte Bedrohung der Integrität von Sportveranstaltungen darstellt. Vorfälle von Spielmanipulation sind oft mit illegalem Glücksspiel und Korruption verbunden, außerdem sind typischerweise internationale kriminelle Netzwerke beteiligt.
Aufgrund der weltweiten Popularität des Sports und der internationalen Geltung von Sportveranstaltungen und Glücksspielen überragt das Ausmaß des Problems oft den Zuständigkeitsbereich nationaler Behörden. In Übereinstimmung mit Artikel 165 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union, laut dem die Tätigkeit der Union die Fairness von Sportwettkämpfen und die Zusammenarbeit zwischen den für den Sport verantwortlichen Organisationen fördern muss, und auf Aufforderung von Sportinteressengruppen wird die Kommission das Problem der Spielmanipulation in Angriff nehmen, da diese den Wert des Sports in Europa zu untergraben droht.
In diesem Zusammenhang hat die Kommission die UEFA bezüglich des kürzlichen Spielmanipulationsskandals befragt, den die deutschen Behörden derzeit untersuchen. Die Kommission hat der UEFA ihre Unterstützung bei der Förderung des Bewusstseins über die Probleme im Zusammenhang mit Spielmanipulation auf EU-Ebene angeboten.
Was das illegale Glücksspiel betrifft, sind der Kommission keine Vorwürfe der Spielmanipulation gegen angesehene europäische Akteure bekannt. In Zusammenhang mit ihrer Arbeit im Bereich des Binnenmarkts für legale grenzüberschreitende Sportwetten überwachen die Kommissionsdienststellen eine Reihe von Kontrollbehörden der Mitgliedstaaten, die eng mit legalen Online-Sportwettenanbietern zusammenarbeiten, um illegale Aktivitäten aufzudecken. Außerdem haben einige Wettanbieter, um sich für Kunden attraktiv zu machen, zusammen mit Sportverbänden eigene Selbstkontroll-Frühwarnsysteme eingeführt, um Betrugsfälle bei einzelnen Sportveranstaltungen aufzudecken.
Im Bezug auf das größere Problem der Korruption ist die Kommission dabei ein Verfahren zu entwickeln, um die Bemühungen der Mitgliedstaaten im Kampf gegen die Korruption im öffentlichen als auch privaten Bereich zu überwachen.
Die Kommission unterstützt die Sportbewegung und andere betroffene Interessengruppen (z. B. Wettunternehmen und Medien) bei ihren Bemühungen, die Vorfälle von Spielmanipulation auf europäischer Ebene einzudämmen. In diesem Zusammenhang befürwortet die Kommission Partnerschaftsmodelle, bei denen Sportinteressengruppen mit Wettunternehmen zusammenarbeiten, um Frühwarnsysteme zur Vorbeugung von Betrugs- und Spielmanipulationsskandalen im Sport zu entwickeln. Sie sind ein Beispiel für verantwortungsvolles Handeln im Bereich der Sportwetten.
Zudem unterstützt die Kommission die Zusammenarbeit des privaten und des öffentlichen Bereichs zur Findung der wirkungsvollsten Methode, gegen Spielmanipulation und andere Arten der Korruption und Finanzkriminalität im europäischen Sport anzugehen.