Artikel
 

Europas Kulturhauptstädte 2007: Luxemburg und Sibiu

Kultur - 25-01-2007 - 19:57
Empfehlen
Photo von einem Konzert in Luxemburg

Konzert in Luxemburg - mit Sibiu Europas Kulturhauptstadt

Es begann 1985 mit Athen. Seitdem dürfen sich jeweils für ein Jahr Städte mit dem Titel „Europäische Kulturhauptstadt" schmücken. Die Aktion, die auf einem Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates basiert, soll bei den Bürgern Europas für den Reichtum und die Vielfalt, aber auch die Gemeinsamkeiten der europäischen Kulturen werben und so zur Verständigung beitragen. Dieses Jahr sind Luxemburg und die rumänische Stadt Sibiu (Hermannstadt) Europäische Kulturhauptstädte.

1999 wurde vom Europaparlament und vom Rat der EU gemeinsam festgelegt, welche Staaten vorschlagsberechtigt sind und welche Kriterien eine Stadt erfüllen muss, um Europäische Kulturhauptstadt zu werden. Ab 2007 gibt es stets zwei Europäische Kulturhauptstädte.
 
Die Nominierung als Kulturhauptstadt, die mit einem konkreten Plan für kulturelle Veranstaltungen für das Jahr unterfüttert werden muss, wird von einer Experten-Jury beurteilt. Ihr gehören Persönlichkeiten an, die vom Parlament, vom Rat, der Kommission und dem Ausschuss der Regionen der EU benannte wurden.
 
Das Europaparlament und die Kommission geben anschließend, basierend auf dem Urteil der Jury, jeweils eine Stellungnahme ab, aufgrund dessen der EU-Ministerrat über die Nominierungen entscheidet.
 
Bisher konnten die Mitgliedsstaaten indirekt durch eine nationale Vorauswahl entscheiden, welche Stadt sich für ein Jahr mit dem Titel schmücken darf. Das in Zukunft gültige Verfahren, auf das sich Parlament und Rat im vergangen Frühjahr geeinigt hatten, stärkt die Rolle der europäischen Auswahl-Jury.
 
Vom Großherzogtum zur Großregion
 
Luxemburg ist die erste Stadt, die bereits zum zweiten Mal den Titel der Kulturhauptstadt für sich beanspruchen darf. Anders als 1995 teilt sich die Hauptstadt des Großherzogtums dieses Mal die Ehre (und das Kulturprogramm) jedoch mit den angrenzenden Regionen Belgiens, Lothringens, des Saarlandes und mit Rheinland-Pfalz.
 
Das Programm Luxemburgs will dezidiert sprachliche und kulturelle Grenzen überbrücken. Vernissagen, Installationen, Filmvorführungen, Theater und Performances, Opern, Rock-, Pop-, HipHop-, Jazz-, Chansonkonzerte, Foto-Ausstellungen, Kulinarisches und vieles andere werden daher in Städten von Arlon bis Zweibrücken aufgeboten. Die Veranstaltungs-Website steht ironisch ganz im Zeichen von „röhrenden Hirschen“ (Link s.u.).
 
Sibiu: Kulturelles Mosaik in Siebenbürgen
 
Die achthundert Jahre alte rumänische Stadt Sibiu (Hermannstadt) in Siebenbürgen (Transsylvanien) ist die erste Europäische Kulturhauptstadt in einem neuen EU-Mitgliedsstaat.
 
Die Stadt steht an sich schon für das Mit- und Nebeneinander von unterschiedlichen Kulturen, da sie sowohl für die deutsche wie auch die ungarische Minderheit Rumäniens ein bedeutsames Zentrum bildet und in Sibiu außerdem neben ethnischen Rumänen auch Slowaken, Roma und Ukrainer leben.
 
Die Jahreswende wurde in Sibiu mit einer zweitägigen Feier mit Musik, Feuerwerk, Licht-Shows und Tanz begangen, um die EU-Mitgliedschaft des Landes zu feiern und das Jahr einzuläuten, in dem Sibiu Kulturhauptstadt ist.
 
Auch in Sibiu wird das Jahr ein breit gefächertes Kulturangebot von Architektur, Literatur, Film, Musik, Foto und genreübergreifenden Darbietungen bringen.
 
2008 blickt Europa kulturell in den Nordwesten: dann sind Liverpool und Stavanger Europas Kulturhauptstädte.
 
REF: 20070125STO02408