Pressemitteilung
 

Verbot von quecksilberhaltigen Fieberthermometern

Umwelt - 10-07-2007 - 12:49
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Das Europäische Parlament hat heute die Richtlinie zur "Beschränkung des Inverkehrbringens gewisser quecksilberhaltiger Messinstrumente" verabschiedet. In Zukunft darf Quecksilber in Fieberthermometern sowie in anderen zum Verkauf an die breite Öffentlichkeit bestimmten Messinstrumenten wie Barometern oder Blutdruckmessgeräten nicht mehr in Verkehr gebracht werden.

Die Mitgliedstaaten müssen die neue Richtlinie 18 Monate nach ihrem Inkrafttreten anwenden. Ab dann darf Quecksilber in Fieberthermometern sowie in anderen zum Verkauf an die breite Öffentlichkeit bestimmten Messinstrumenten (z.B. Manometer, Barometer, Blutdruckmessgeräte, andere Thermometer als Fieberthermometer) nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Das Verbot erstreckt sich nur auf das Inverkehrbringen neuer Messinstrumente und gilt daher nicht für Geräte, die bereits in Verwendung sind oder gebraucht verkauft werden.
 
Ausnahmen für quecksilberhaltiger Messinstrumente, die älter als 50 Jahre sind

Ausnahmen gelten für den Handel und die Einfuhr von quecksilberhaltigen Messinstrumenten, die bei Inkrafttreten der Richtlinie älter als 50 Jahre sind, da diese als Antiquitäten oder Kulturgüter zu betrachten sind. "Dieser Handel ist von begrenztem Ausmaß und bringt vermutlich keine Gefahren für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt mit sich" und sollte daher nicht eingeschränkt werden.
 
Übergangsfrist für Barometer, die nicht zum Verkauf an die breite Öffentlichkeit bestimmt sind

Für nicht zum Verkauf an die breite Öffentlichkeit bestimmte Barometer ist eine befristete Ausnahme von zwei Jahren nach Inkrafttreten der Richtlinie vorgesehen.  Quecksilberhaltige Barometer werden heute nur noch von wenigen kleinen spezialisierten Unternehmen hergestellt und der breiten Öffentlichkeit vorwiegend als Dekorationsgegenstände verkauft.  Die Übergangsfrist dient dazu, den Herstellern zu ermöglichen, sich an die Beschränkungen anzupassen und auf die Herstellung quecksilberfreier Barometer umzustellen.
 
Quecksilberhaltige Blutdruckmessgeräte "allmählich aus dem Verkehr nehmen"

Um die Freisetzung von Quecksilber in die Umwelt möglichst gering zu halten, werden alle "verbleibenden quecksilberhaltigen Messinstrumente für gewerbliche und industrielle Verwendungszwecke, insbesondere Blutdruckmessgeräte, allmählich aus dem Verkehr" genommen.
 
Die Kommission wird aufgefordert, innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten der Richtlinie zu prüfen, ob "zuverlässige, technisch und wirtschaftlich durchführbare und weniger bedenkliche Alternativen" verfügbar sind. Im Fall der Blutdruckmessgeräte müssen Fachleute aus dem Bereich der Medizin konsultiert werden, um sicherzustellen, dass die Anforderungen an Diagnose und Behandlung bestimmter Krankheiten angemessen erfüllt werden.
 
Hintergrund
 
Quecksilber ist ein persistenter Stoff und kann sich in der Umwelt zu Methylquecksilber umwandeln. Diese Verbindung hat die stärksten toxischen Wirkungen und wird vor allem über die Nahrungskette aufgenommen.

Bevölkerungsgruppen, die viel Fisch und Meeresfrüchte konsumieren, sind besonders gefährdet (vor allem in den Küstenregionen des Mittelmeers), da sich Methylquecksilber insbesondere in der aquatischen Nahrungskette akkumuliert. Ein weiteres Gesundheitsrisiko entsteht direkt durch das Einatmen von Quecksilberdampf und die Aufnahme über die Haut.
 
REF: 20070706IPR08897