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Problem nicht länger ignorieren: Abgeordnete warnt vor „Plastiksuppe"

Umwelt - 19-03-2010 - 15:43
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Anna Rosbach, Fraktion Europa der Freiheit und der Demokratie

Anna Rosbach, Fraktion Europa der Freiheit und der Demokratie

Während der letzten Plenartagung hat das Europaparlament einen Bericht der dänischen Abgeordneten Anna Rosbach angenommen. Das Plenum stimmte damit einem internationalen Abkommen zu, dass die Zusammenarbeit beim Kampf gegen die Verschmutzung des Atlantiks verbessern soll. Rosbach nutzte ihren Bericht dazu, auf ein Problem aufmerksam zu machen, das ihr persönlich sehr am Herzen liegt: der zunehmende Plastikmüll in den Meeren.

Warum haben Sie in ihrem Bericht das Phänomen der Plastik-Suppen - wie sie es nennen - angesprochen?
 
Für mich ist dies sehr wichtig. Ohne Wasser gäbe es kein Leben auf Erden. Und wenn wir das Wasser zu sehr verschmutzen, dann haben wir ein ernsthaftes Problem.
 
Wenn Sie von Plastik-Suppe sprechen, worum geht es da?
 
Ein großer Teil der Plastiksuppe trägt chinesische und japanische Schriftzeichen. Leider kommt auch eine ganze Menge aus Europa. Es gibt eine Plastik-Suppe im Atlantik und auch im Pazifik. Die Ausdehnung dieser Suppe nimmt extrem schnell zu, genauso wie deren Tiefe.
 
Und wie groß ist diese Suppe"?
 
Es handelt sich nicht um eine Fläche, die mit einem Kontinent vergleichbar wäre. Vielmehr handelt es sich um Inseln im Meer und ihre Anzahl wächst und sie tauchen an immer neuen Stellen auf.
 
Mann könnte einen neuen Industriezweig ins Leben rufen. Allerdings reicht es nicht, normale Fischerboote loszuschicken und zu sagen: Nehmt ein Netz und sammelt das ein! Denn die Plastikflaschen für Mineralwasser sind aus einer anderen Art Plastik als etwa Öldosen oder das Plastik, das im Haushaltswaren verwendet wird.
 
Es gibt auch wenig Bewusstsein dafür, dass man dies als Broterwerb betreiben könnte. Aber man bräuchte Firmen, die das unterstützen.
 
Es ist vermutlich für die Fische sehr schädlich?
 
Ja, das ist es. Und für die Meeressäugetiere, kleine Wale und viele Tier ertrinken deshalb. Und man sagt, dass sogar Haie deshalb ertrinken. Denn wenn sie sich in den Fischernetzen verfangen, die sich dort verheddert haben, dann können sie sich nicht mehr bewegen. Und wenn Haie sich nicht bewegen können, dann können sie nicht atmen.
 
Es ist unglaublich, wie viele Robben und Dolphine gefunden werden und alle möglichen anderen Tiere, die Plastik im Magen haben. Es ist im Grunde genommen sehr traurig.
 
Gibt es in China oder den USA ein Bewusstsein für das Problem?
 
Es trifft wohl das Sprichwort Aus den Augen aus dem Sinn" zu.
 
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