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ENTSCHLIESSUNGSANTRAG
WORD 39k
Siehe auch den gemeinsamen Entschließungsantrag RC-B5-0047/2001
15. Januar 2001
PE 299.431
 
B5‑0049/2001
eingereicht im Anschluss an die Erklärungen des Rates und der Kommission
gemäß Artikel 37 Absatz 2 der Geschäftsordnung
von Elmar Brok, W.G. van Velzen und Antonios Trakatellis
im Namen der PPE-DE-Fraktion
zum „Balkan-Syndrom“

Entschließung des Europäischen Parlaments zum „Balkan-Syndrom“ 
B5‑0049/2001

Das Europäische Parlament,

A.  in Kenntnis der Besorgnisse unter der Bevölkerung über die möglichen Auswirkungen der Verwendung von abgereichertem Uran im Kosovo, in Bosnien und in Serbien sowie der Fragen nach den Ursachen für die Erkrankungen unter Soldaten und Zivilpersonen,

B.  in der Erwägung, dass es bisher noch keinen eindeutigen medizinischen oder statistischen Beweis für einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von abgereichertem Uran in Geschossen und dem Auftreten von Leukämie und anderen Formen von Krebs sowie anderen Erkrankungen unter Militärpersonal und Polizisten gibt,

1.  fordert die NATO dringend auf, Untersuchungen über die Verwendung von abgereichertem Uran in panzerbrechender Munition und das Auftreten von Leukämie und anderen Formen von Krebs sowie sonstigen Erkrankungen durchzuführen;

2.  fordert, dass eine unabhängige ärztliche und statistische Untersuchung durchgeführt wird, um das Vorhandensein eines möglichen Zusammenhangs zwischen dem Auftreten von Leukämie und anderen Formen von Krebs sowie sonstigen Erkrankungen einerseits und einer DU-Exposition bzw. Schäden infolge der Verwendung von abgereichertem Uran andererseits zu klären;

3.  fordert die NATO und die Mitgliedstaaten der EU auf, eine umfassende Untersuchung der möglichen Auswirkungen dieser Waffen auf Soldaten, Polizisten, Zivilpersonen und die Umwelt auf dem Balkan und andernorts durchzuführen und die Öffentlichkeit so zügig wie möglich über Fortschritte und Ergebnisse zu unterrichten;

4.  fordert effektive Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung in der Region sowie zum Schutz der Umwelt für den Fall, dass die Ergebnisse der Untersuchung das Vorhandensein von konkreten Gesundheitsproblemen bestätigen;

5.  fordert die NATO auf, in bewaffneten Konflikte andere Munitionstypen einzusetzen, bis die Ergebnisse der Untersuchung bekannt sind;

6.  beauftragt seine Präsidentin, diese Entschließung der NATO, der Europäischen Kommission, dem Ministerrat sowie den Regierungen und Parlamenten der Mitgliedstaaten und der Beitrittsländer zu übermitteln.

Letzte Aktualisierung: 6. April 2004Rechtlicher Hinweis