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Parlamentarische Anfragen
14. Februar 2011
E-001284/2011
Anfrage zur schriftlichen Beantwortung
an die Kommission
Artikel 117 der Geschäftsordnung
Izaskun Bilbao Barandica (ALDE)

 Betrifft: Geplante Obsolenz
 Antwort(en) 

Nachdem Unterlagen aufgetaucht waren, die ein von europäischen Herstellern im Jahr 1924 geschlossenes Bündnis (Phöbuskartell) zur Verkürzung der Lebensdauer von auf den Markt gebrachten Glühbirnen beweisen, hat sich in den letzten Jahren die Zahl der Belege, Nachrichten und wissenschaftlichen Arbeiten über die sogenannte „geplante Obsolenz“ vervielfacht.

In den Studien zu diesem Thema wird die Meinung vertreten, dass die Aufrechterhaltung des Paradigmas unendlichen Wirtschaftswachstums und der Stimulation des Marktes viele Unternehmen dazu verleitet, Produkte mit künstlich begrenzter Lebensdauer herzustellen. Kürzlich sind neue Daten zu dieser Vorgehensweise aufgetaucht, und es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass sie insbesondere im IT-Bereich, bei elektrischen Haushaltsgeräten und in der Telekommunikationsbranche zur Anwendung kommt.

Tatsächlich finden sich im Internet relativ leicht bestimmte Programme, mit denen sich Zähler und andere Vorrichtungen abschalten lassen, die in bestimmte elektrische Haushaltsgeräte, Hardwareprodukte usw. eingebaut werden, um deren Funktionsfähigkeit nach einer festgesetzten Nutzungshäufigkeit zu beenden. Aus diesem Grund hat sich im Cyberspace bereits eine Mehrheitsmeinung über die geplante Obsolenz gebildet, und auch die konventionellen Medien sind auf das Thema aufmerksam geworden.

Dies vorausgeschickt, bittet die Fragestellerin um folgende Auskünfte:

1. Gibt es von der Kommission ausgearbeitete Dokumente zum Phänomen der „geplanten Obsolenz“?
2. Liegen Schätzungen über das Ausmaß dieses Phänomens und die von diesem vermutlich am stärksten betroffenen Branchen vor?
3. Welche Maßnahmen könnten gegen Unternehmen und Hersteller ergriffen werden, wenn ihnen die Anwendung derartiger Techniken nachgewiesen wird?

Originalsprache der Anfrage: ESABl. C 309 E vom 21/10/2011
Letzte Aktualisierung: 24. Februar 2011Rechtlicher Hinweis