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Parlamentarische Anfragen
20. Juni 2011
E-005998/2011
Anfrage zur schriftlichen Beantwortung
an die Kommission
Artikel 117 der Geschäftsordnung
Michail Tremopoulos (Verts/ALE)

 Betrifft: Einsatz von Antibiotika in der Viehzucht und Antibiotikaresistenz
 Antwort(en) 

Nach Angaben der Europäischen Arzneimittelagentur begünstigt die Tierproduktion mit einer hohen Besatzdichte (Intensivhaltung) die Entwicklung und Übertragung von ansteckenden Krankheiten, was zu einem verstärkten Einsatz von Antibiotika führt(1). Dadurch können Bakterien entstehen, die nicht nur gegen die in der Viehzucht eingesetzten Antibiotika, sondern auch gegen jene Antibiotika resistent sind, die bei schweren menschlichen Krankheiten Anwendung finden. Solcherart resistente Bakterien können schwere Lebensmittelvergiftungen, die nicht einfach mit Medikamenten zu behandeln sind, und lebensbedrohliche Erkrankungen verursachen. „Der Einsatz von Antibiotika in der tierischen Lebensmittelproduktion trägt zu einer erhöhten Resistenz gegen Arzneimittel bei“ und „die von den Tieren erzeugten Bakterien, die gegen Arzneimittel resistent sind, können später auf die Menschen übertragen werden“, so der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation(2).

Der Einsatz von Antibiotika als Wachstumsförderer ist in der EU seit 2006 verboten. Dennoch werden sie in der Viehzucht noch immer häufig eingesetzt (Angaben für ganz Europa liegen nicht vor) und nach wie vor in der Schweine- und Geflügelintensivhaltung zur Vorbeugung und Vermeidung derartiger Krankheiten verwendet. Die Antibiotika sollten ausschließlich therapeutisch und nur dann eingesetzt werden, wenn die Gefahr besteht, dass erkrankte Tiere die Krankheit auf die gesamte Herde übertragen können.

1. Welche Maßnahmen wird die Kommission ergreifen, um der gängigen Praxis des Einsatzes von Antibiotika in der Viehzucht ein Ende zu bereiten?

2. Was wird sie unternehmen, um die Vorbeugung derartiger Krankheiten durch die Einführung bewährter Standards für die Lebens- und Haltungsbedingungen der Tiere anzuregen und deren Immunsysteme zu stärken?

(1)CVMP (2006) Reflection paper on the use of fluoroquinolones in food-producing animals in the European Union: development of resistance and impact on human and animal health. European Medicines Agency.
(2)Stellungnahme von Dr. M Chan, Generaldirektor der WHO (2011), World Health Day 2011, no action now means no cure tomorrow:
www.who.int/mediacentre/news/statements/2011/whd_20110407/en/index.html

Originalsprache der Anfrage: ELABl. C 128 E vom 03/05/2012
Letzte Aktualisierung: 22. Juni 2011Rechtlicher Hinweis