Michael Schumacher: Für Raser gibt es nichts zu gewinnen
Der siebenfache Formel 1-Weltmeister Michael Schumacher ist Europas Botschafter für Sicherheit im Straßenverkehr. Wie passt das zusammen? Wir fragten ihn während seines Besuches im EU-Parlament, wo er am Mittwoch seine Kampagne für mehr Verkehrssicherheit vorstellte.
Sie schlagen vor, jedes neue Auto mit intelligenten Sicherheitssystemen auszustatten. Kann Technologie unsere Straßen sicherer machen?
Es ist bemerkenswert, was sich in den letzten zehn Jahren getan hat. Früher gab es eigentlich nur Airbags. Heute haben wir sogar Nachtsichtgeräte, damit kann man viele Unfälle vermeiden. Wenn ein Kind über die Straße läuft, das sie gar nicht sehen, kann das Auto trotzdem reagieren. Wir sind nur Menschen, wir machen Fehler, das können wir oft nicht beeinflussen. Deshalb halte ich Technologie auch für eine wichtige Sache. Wenn ihr Auto ihnen helfen kann, ist das großartig.
Technik alleine kann aber nicht alles sein. Was müssen die Fahrer tun?
Es gibt Regeln, und für die gibt es gute Gründe. In Ländern wie Deutschland darf man immer noch schnell fahren, aber das muss die Sicherheit nicht unbedingt gefährden. Sicher zu fahren, heißt mit Köpfchen zu fahren, nicht einfach nur schnell. Denn damit kann man niemanden beeindrucken, für Raser gibt es keine Preise zu gewinnen. Man muss im Straßenverkehr auf andere Menschen Rücksicht nehmen, das zählt.
Ihr Job ist es, sehr schnell zu fahren. Sie hatten schon schwere Unfälle während Ihrer Formel 1-Karriere. Passt das zu Ihrer Rolle als Botschafter für Verkehrssicherheit?
Ich fühle mich damit sehr wohl, weil ich glaube, dass die Menschen meinen Worten mehr vertrauen als den Empfehlungen der Politiker. Ich habe eine Menge Erfahrung und glaube deshalb, dass ich sehr gute Ratschläge geben kann.
Michael Schumacher besuchte das Europaparlament in Straßburg zum Start des UN-Jahrzehnts für Verkehrssicherheit. Die UN-Initiative will die Zahl der Verkehrstoten in den nächsten zehn Jahren um 50 Prozent reduzieren. Die Veranstaltung im Parlament wurde vom Projekt "eSafety Challenge" organisiert und mit EU-Geldern finanziert. Gastgeber war der liberaldemokratische deutsche EU-Abgeordnete Jorgo Chatzimarkakis. Schumacher traf auch Mitglieder der Verkehrs- und Industrieausschüsse des EU-Parlaments und wurde von Parlamentspräsident Jerzy Buzek empfangen.
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UN-Kampagne für Verkehrssicherheit
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eSafety Challenge Projekt (ENG)
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