Verkehrstote in der EU: Statistiken und Infografik

Die EU hat eine gute Bilanz bei der Straßenverkehrssicherheit – doch jeder Verkehrstote ist einer zu viel. Erfahren Sie mehr über die Zahlen nach Ländern, Alter und Geschlecht.

Verkehrstote in der EU

Entwicklung der Anzahl der Verkehrstoten im Laufe der Jahre

In der EU verlieren jedes Jahr Tausende von Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben oder werden schwer verletzt. Im Jahr 2024 kamen rund 19.940 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, ein Rückgang um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Todesopfer von einem Höchststand von 24.358 im Jahr 2015 schrittweise gesunken.

Im Jahr 2020 ging die Zahl der Todesfälle deutlich auf 18.830 zurück. Der Rückgang wird auf die Mobilitätsbeschränkungen während der COVID-19-Pandemie zurückgeführt. Zwar stiegen die Zahlen 2021 und 2022 wieder an, erreichten jedoch nicht mehr das Niveau vor der Pandemie.

Verkehrstote nach EU-Mitgliedstaaten

Am sichersten sind die Straßen in Schweden (20 Todesfälle pro einer Million Einwohner im Jahr 2024) und Dänemark (24 Todesfälle pro einer Million Einwohner). Die höchsten Todesraten wurden 2024 in Bulgarien (74 Todesfälle pro einer Million Einwohner) und Rumänien (78 Todesfälle pro einer Million Einwohner) verzeichnet. In Deutschland wurden in diesem Jahr 33 Verkehrstote pro einer Million Einwohner verzeichnet und in Österreich 38.

Der EU-Durchschnitt lag 2024 bei 45 Verkehrstoten pro einer Million Einwohner.

Verkehrstote nach Geschlecht und Alter

Männer machten im Jahr 2023 über drei Viertel (77 Prozent) aller Verkehrstoten aus.

Ältere Menschen über 65 Jahre zählen zu den besonders gefährdeten Gruppen: Sie stellten 31 Prozent aller Verkehrstoten im Jahr 2023 (2019 waren es 28 Prozent), während ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung bei 21 Prozent liegt.

Junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren machten zwölf Prozent der Verkehrstoten aus, obwohl sie nur Prozent der Bevölkerung stellen.

Was unternimmt die EU, um Europas Straßen sicherer zu machen?

Im März 2023 legte die Kommission Vorschläge zur Modernisierung der Führerscheinregeln und zur EU-weiten Aberkennung von Fahrerlaubnissen nach schweren Verkehrsdelikten vor. Das Europäische Parlament billigte die neuen Regeln im Oktober 2025.

Bereits im Oktober 2021 billigte das Parlament neue Versicherungsvorschriften, die Unfallopfer EU-weit besser schützen sollen. Außerdem verabschiedeten die Abgeordneten im Oktober  2021 eine Entschließung zum EU-Politikrahmens für die Straßenverkehrssicherheit. Darin werden die wichtigsten Schritte dargelegt, die notwendig sind, um das Ziel von null Verkehrstoten auf europäischen Straßen bis 2050 zu verwirklichen. Dazu gehören sichere Geschwindigkeitsbegrenzungen (30 Kilometer pro Stunde in Wohngebieten), Null-Toleranz für Alkohol am Steuer und mehr Sicherheitsmerkmale in Infrastruktur und Fahrzeugen. Dies ist eine Reaktion auf den Politikrahmen der Europäischen Kommission für die Straßenverkehrssicherheit im Zeitraum 2021 bis 2030 – Empfehlungen für die nächsten Schritte auf dem Weg zur „Vision Null Straßenverkehrstote“.

Am 16. April 2019 billigte das Europäische Parlament neue Vorschriften, mit denen 30 fortschrittliche Sicherheitseinrichtungen wie intelligente Geschwindigkeitsassistenten, Notbremsassistenzsysteme und Fahrerablenkungswarnungen verbindlich vorgeschrieben werden. Verpflichtende Sicherheitstechnologien sollen dazu beitragen, bis 2038 über 25.000 Menschenleben zu retten und mindestens 140.000 Schwerverletzte zu vermeiden. Schließlich sind etwa 95 Prozent aller Verkehrsunfälle teils auf menschliches Versagen zurückzuführen.

Außerdem wurden die EU-Regeln über das Sicherheitsmanagement von Straßenverkehrsinfrastrukturen verbessert. Die EU arbeitet zudem daran, gemeinsame Vorschriften für selbstfahrende Fahrzeuge zu beschließen.