Wissenschaftler warnen vor Auswirkungen des Klimawandels auf Lebensmittelsicherheit und Meere

UN-Klimaforscher haben den EU-Abgeordneten am Mittwoch (6.11.) die neuesten Erkenntnisse darüber vorgelegt, wie sich der Klimawandel auf unsere Lebensmittelproduktion und Ozeane auswirkt.

Ein Auto auf einer überfluteten Strasse ©123RF/European Union–EP
Das EU-Parlament befasst sich mit den Folgen des Klimawandels ©123RF/European Union–EP

Die beiden Berichte des Weltklimarates IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) beleuchten einerseits die Verbindungen zwischen Klimawandel und Landwirtschaft und andererseits die Folgen des Klimawandels für Ozeane und Eisgebiete. Die IPCC-Berichte wurden den drei Ausschüssen für Umwelt, Entwicklung und Fischerei am 6. November vorgestellt.


Lebensmittelproduktion und Klimawandel sind keine Einbahnstraße


Laut Professor Jim Skea wird die Bodendegradierung durch den Klimawandel beschleunigt und beeinträchtigt damit wiederum Infrastrukturen und Existenzgrundlagen. Um dem Klimawandel besser zu begegnen, müsse die Bodenbewirtschaftung deshalb nicht nur besser geplant, sondern durch zusätzliche Maßnahmen ergänzt werden, so Professor Jim Skea weiter.

Dr. Jean-François Soussana merkte an, dass unser Lebensmittelsystem zwischen einem Fünftel und einem Drittel der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen ausmache. Gleichzeitig führe der Klimawandel zu rückläufigen Weizen- und Maisernten und beeinträchtige damit die Lebensmittelsicherheit. Er warnte davor, dass die Stabilität unserer Lebensmittelversorgung in Zukunft auch durch extreme Wetterereignisse, die in Ausmaß und Häufigkeit zunehmen, gefährdet sein werde.


21 - 37%

Schätzungsweise 21 bis 37 Prozent aller durch den Menschen verursachten Treibhausgasemissionen sind auf Lebensmittelproduktion, -transport, -verarbeitung und -verteilung zurückzuführen.

Schmelzendes Eis und steigende Meeresspiegel


Nach Ansicht von Wissenschaftlern hat sich der Anstieg der Meeresspiegel beschleunigt, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass das Eis in Grönland und der Antarktis zunehmend schneller schmilzt.

Professor Hans-Otto Pörtner gab zu bedenken, dass der Meeresspiegel bis zum Jahr 2300 um etwa fünf Meter ansteigen könnte, wenn wir so weitermachen wie bislang. Darüber hinaus führe die Erwärmung der Ozeane zu einer Abnahme des im Wasser vorhandenen Sauerstoff- und Nährstoffgehalts, der Meereslebewesen zur Verfügung stehe. Dadurch werde die Lebensmittelversorgung der Bevölkerungsgruppen, die vom Fischfang abhängig sind, gefährdet.

Pörtner sagte: "Um das Ausmaß der Folgen des Klimawandels abzumildern, sind jede weitere Erderwärmung, jedes Jahr, jede Entscheidung und insbesondere der politische und gesellschaftliche Wille von entscheidender Bedeutung."

IPCC-Berichte

  • Der Weltklimarat ist ein Gremium der Vereinten Nationen zur Bewertung des aktuellen Stands der Wissenschaft zu Fragen in Zusammenhang mit dem Klimawandel.
  • Im August veröffentlichte das IPCC einen Sonderbericht über den Klimawandel und Landsysteme und im September einen Sonderbericht über den Ozean und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima.
  • Diese Berichte liefern den aktuellsten wissenschaftlichen Beitrag zum UN-Klimagipfel (COP25) in Madrid im Dezember.

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