Agrarpolitik der EU in Zahlen (Infografik)

Entdecken Sie Fakten und Zahlen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU.

Die Landwirtschaft ist für alle EU-Länder ein wichtiger Wirtschaftszweig. Sämtliche Mitgliedstaaten erhalten EU-Mittel im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Mit diesen Mitteln erhalten Landwirtinnen und Landwirte direkte Unterstützung durch den Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL). Ländliche Gebiete, Klimaschutzmaßnahmen und die Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen werden durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) unterstützt.

Die Institutionen der EU bereiten derzeit das Budget und die Regeln der Agrarpolitik für die Zeit nach 2028 vor.

Landwirtschaftliche Ausgaben der EU nach Mitgliedstaaten

Im Jahr 2023 wurden 38,16 Milliarden Euro für Direktzahlungen an Landwirte und 12,95 Milliarden Euro für die Entwicklung des ländlichen Raums ausgegeben. Mit weiteren 2,67 Milliarden Euro wurde der Markt für landwirtschaftliche Erzeugnisse unterstützt.

Frankreich erhielt 2023 den größten Anteil der EU-Agrarfördermittel – insgesamt 9,5 Milliarden Euro aus dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums – gefolgt von Spanien (7,1 Milliarden Euro), Deutschland (6,4 Milliarden Euro), Italien (6,1 Milliarden Euro) und Polen (5,1 Milliarden Euro).

Welcher Anteil des EU-Haushalts geht an Landwirte?

Für den Zeitraum von 2021 bis 2027 werden im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik 387 Milliarden Euro bereitgestellt. Allein 2023 machten die Ausgaben für die Landwirtschaft ein Viertel des gesamten EU-Haushalts aus. Davon entfielen zwei Drittel (67 Prozent) auf Direktzahlungen an Landwirte, 28 Prozent auf die Entwicklung des ländlichen Raums und fünf Prozent auf Marktinterventionen im Agrarbereich.

Die Regeln für die Verwendung der GAP-Mittel werden durch den langfristigen Haushalt der EU festgelegt. Die derzeitige Regelung gilt bis Dezember 2027 und muss danach für die neue Haushaltsperiode ab 2028 angepasst werden.

Das Europäische Parlament beschloss im September 2025 seine Position zur Zukunft der Agrarpolitik. Die Abgeordneten lehnen den Vorschlag der Europäischen Kommission ab, die Agrarförderung mit anderen Politikbereichen zu verschmelzen, und fordern stattdessen ein eigenständiges, erhöhtes Budget für die Landwirtschaft. Direktzahlungen sollen allen aktiven Landwirten garantiert werden, gleichzeitig soll Bürokratie abgebaut werden.

Wie viele Menschen profitieren vom EU-Agrarhaushalt?

Mit den Fördermitteln der EU für die Landwirtschaft werden fast sieben Millionen Begünstigte in der Union unterstützt.

Einkommenssicherung für Landwirte

2022 profitierten mehr als 5,9 Millionen Landwirtinnen und Landwirte von Direktzahlungen im Rahmen der GAP. Diese Zahlungen stabilisieren das Einkommen und würdigen den Beitrag der Landwirte zum Schutz von Landschaft und Umwelt. Die Höhe der Unterstützung hängt in der Regel von der Betriebsgröße in Hektar ab.

Zusätzlich zur Basisprämie gibt es EU-Zahlungen zur Förderung nachhaltiger Anbaumethoden, die dem Klima, der Umwelt und dem Tierschutz zugutekommen. Diese sogenannten Öko-Regelungen sind für Landwirte freiwillig.

Entwicklung des ländlichen Raums

2022 nahmen rund 3,5 Millionen Begünstigte an EU-Projekten zur Entwicklung ländlicher Gebiete teil. Diese Vorhaben sichern die Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft, fördern die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und den Klimaschutz und stärken die Wirtschaft und Gemeinschaften in den Regionen.

Unterstützung für den Agrarmarkt

2022 gab es etwa 110.000 Begünstigte von Marktmaßnahmen. Durch diese Maßnahmen sollen die Agrarmärkte stabilisiert, Krisen vorgebeugt, die Nachfrage angekurbelt und der EU-Agrarsektor bei der Anpassung an Marktveränderungen unterstützt werden.

Landwirtschaftliche Produktion in Europa in Zahlen

Der Wert der landwirtschaftlichen Produktion in Europa erreichte 2024 insgesamt 532 Milliarden Euro. Die Betriebe in der EU erzeugen eine große Vielfalt an Lebensmitteln, von Getreide bis Milch. Pflanzen (einschließlich Gemüse, gartenbauliche Erzeugnisse, Getreide und Obst) machen die Hälfte der landwirtschaftlichen Produktion aus, während tierische Produkte (vor allem Milch, Fleisch und Eier) rund 40 Prozent beitragen.

Die EU hat Gesetze erlassen, mit denen sichergestellt werden soll, dass die in der EU erzeugten und verkauften Lebensmittel unbedenklich sind. Mit der für 2020 angekündigten Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ der EU wird das Ziel verfolgt, die Lebensmittelproduktion auch nachhaltiger zu gestalten. Die Abgeordneten fordern unter anderem eine Verringerung des Einsatzes von Pestiziden, um Bestäuber und die biologische Vielfalt besser zu schützen. Zudem soll die Käfighaltung in der Tierhaltung abgeschafft werden und bis 2030 sollen mehr Flächen für den ökologischen Landbau genutzt werden.