Wie lässt sich der Verpackungsmüll in der EU reduzieren? (Infografik)

Online-Shopping, Essen und Kaffee zum Mitnehmen … Der Verpackungsmüll nimmt zu. Erfahren Sie, wie viel davon produziert wird und wie die EU diesen Trend umkehren will.

Verpackungen gibt es in verschiedenen Formaten (Flaschen, Behälter, Dosen, Schachteln, Tüten), sie bestehen aus unterschiedlichen Materialien (Papier, Pappe, Kunststoff, Glas, Holz, Metall) und werden in allen Produktionsstufen verwendet, von den Rohstoffen bis zu den verarbeiteten Waren. Hersteller, Spediteure, Supermärkte, Restaurants, Haushalte – sie alle brauchen und verwenden Verpackungen, um Waren zu schützen und zu transportieren.

Was ist eine Verpackung?

  • Ein Produkt, das zur Aufnahme, zum Schutz, zur Handhabung, zur Lieferung oder zur Präsentation von Waren verwendet wird

Wie viel Verpackungsmüll erzeugen wir?

All diese Verpackungen haben ihren Preis für die Umwelt. Im Jahr 2021 erzeugte jeder Einwohner der EU durchschnittlich 189 Kilogramm Verpackungsabfälle. Innerhalb von zehn Jahren ist die Menge um über 20 Prozent gestiegen.

Die Zahlen variieren von Land zu Land, von 74 Kilogramm pro Person in Kroatien bis zu 246 Kilogramm pro Person in Irland.

236 Kilogramm

Pro Kopf erzeugter Abfall in Deutschland im Jahr 2021

Im Jahr 2021 fielen in der EU insgesamt 84,3 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an, 4,8 Millionen Tonnen mehr als im Jahr zuvor. Der größte Teil davon war Papier und Pappe (40,3 Prozent), gefolgt von Kunststoff (19 Prozent), Glas (18,5 Prozent), Holz (17,1 Prozent) und Metall (4,9 Prozent).

Etwa 64 Prozent der Verpackungsabfälle wurden 2021 recycelt und etwa 80 Prozent wurden verwertet, was bedeutet, dass die Abfälle auf die eine oder andere Weise behandelt wurden, so dass sie in Zukunft einem nützlichen Zweck dienen können (dies schließt auch das Recycling ein).

EU-Vorschriften über Verpackungen und Verpackungsabfälle

Die EU-Vorschriften über Verpackungen und Verpackungsabfälle betreffen sowohl das Verpackungsdesign als auch die Bewirtschaftung von Verpackungsabfällen. Ziel der Vorschriften ist es, die nationalen Maßnahmen zu harmonisieren, die Entstehung von Abfällen zu vermeiden und die Wiederverwendung, das Recycling und die Verwertung zu fördern. Sie legen auch Mindestanforderungen fest, die Verpackungen auf dem EU-Markt erfüllen müssen.

Diese Vorschriften stammen aus dem Jahr 1994 und wurden 2018 geändert. Im Rahmen der Bemühungen der EU, bis 2050 eine Kreislaufwirtschaft zu schaffen, schlug die Kommission im November 2022 eine neue Überarbeitung der Vorschriften vor. Das Parlament und der Rat erzielten eine Einigung und die Abgeordneten billigten sie im April 2024.

Was werden die neuen Vorschriften bringen?

Ziel ist es, Verpackungen zu reduzieren, wiederzuverwenden und zu recyceln und ihre Sicherheit und Nachhaltigkeit zu erhöhen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Kunststoffverpackungen, da diese besonders umweltschädlich sind.

Die neuen Regeln umfassen:

  • Zielvorgaben für die Reduzierung von Verpackungen (fünf Prozent bis 2030, zehn Prozent bis 2035 und 15 Prozent bis 2040);
  • ein Verbot verschiedener Arten von Kunststoffverpackungen: sehr leichte Kunststofftragetaschen, Kunststoffverpackungen für frisches Obst und Gemüse, kleine Einzelportionen für Soßen, Zucker und ähnliche Produkte, Miniaturverpackungen für Toilettenartikel und Kunststoffverpackungen für Koffer in Flughäfen ab Januar 2030;
  • ein Verbot von persistenten Schadstoffen (auch bekannt als „Ewigkeitschemikalien“), die zur Feuerfestmachung oder Imprägnierung von Lebensmittelverpackungen verwendet werden und unsere Gesundheit beeinträchtigen könnten, ab Januar 2030;
  • eine Förderung der Wiederverwendung und Wiederbefüllung, indem konkrete Ziele für wiederverwendbare Verpackungen für alkoholische und alkoholfreie Getränke festgelegt werden (mindestens zehn Prozent bis 2030) und den Verbrauchern die Möglichkeit gegeben wird, ihre eigenen Behälter für Speisen und Getränke zum Mitnehmen mitzubringen;
  • eine Verpflichtung der Mitgliedstaaten, in Restaurants, Kantinen, Bars, Cafés und Cateringdiensten den Ausschank von Leitungswasser in wiederverwendbaren oder nachfüllbaren Behältern zu fördern;
  • die Einführung strengerer Kriterien für die Wiederverwertbarkeit.