Europäischer Raum für Gesundheitsdaten: EU-weiter Zugang zu Ihren Gesundheitsdaten

Die EU ergreift Maßnahmen, um Bürgern, Angehörigen der Gesundheitsberufe und Forschern einen besseren Zugang zu Gesundheitsdaten über die Grenzen hinweg zu ermöglichen.

Ein Tablet mit der elektronischen Patientenakte und den Gesundheitsdaten eines Patienten
Europäischer Raum für Gesundheitsdaten

Im April 2024 billigte das Europäische Parlament einen Vorschlag zum Europäischen Raum für Gesundheitsdaten, der die Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung, Innovation und Politikgestaltung verbessern soll. Gleichzeitig sollen die europäischen Bürgerinnen und Bürger mehr Kontrolle über die Nutzung ihrer eigenen Gesundheitsdaten haben.

Vorteile für die Bürger

Die EU-Bürgerinnen und Bürger werden in der Lage sein, sofort und ohne Kosten auf ihre Gesundheitsdaten in elektronischer Form zuzugreifen. Gesundheitsdaten wie Patientenzusammenfassungen, elektronische Rezepte, Laborergebnisse und Entlassungsberichte werden in einem gemeinsamen europäischen Format zur Verfügung stehen, das mit Angehörigen der Gesundheitsberufe innerhalb des Landes des Patienten oder grenzüberschreitend ausgetauscht werden kann.

Auf diese Weise müssen Sie sich keine Sorgen mehr um den Zugang zu Gesundheitsdiensten machen, wenn Sie innerhalb der EU reisen.

Fragen der Sicherheit und des Datenschutzes

Forscher und öffentliche Einrichtungen können zwar einige Gesundheitsdaten verwenden, doch die Vorschriften enthalten strenge Datenschutzgarantien. Es werden keine persönlichen Informationen weitergegeben. Die Patienten haben ein Mitspracherecht bei der Verwendung ihrer Daten und dem Zugang zu ihnen. Sie können Informationen hinzufügen, falsche Daten berichtigen, den Zugang für andere einschränken und Informationen darüber erhalten, wie ihre Daten verwendet werden und für welche Zwecke.

Einige Länder können strengere Vorschriften für den Zugang zu sensiblen Daten erlassen.

Vorteile für Angehörige der Gesundheitsberufe und Forscher

Die neuen Vorschriften sorgen für eine sichere Nutzung von Gesundheitsdaten für eine bessere Gesundheitsversorgung, Forschung und Politikgestaltung.

Da es ein gemeinsames europäisches Format geben wird, werden die Angehörigen der Gesundheitsberufe einen schnelleren Zugang zu den Gesundheitsdaten eines Patienten haben, selbst wenn der Patient aus einem anderen EU-Mitgliedstaat kommt. Ein besserer Zugang und Austausch von Gesundheitsdaten wird zu schnelleren und kostengünstigeren Verwaltungsverfahren führen.

Forscher werden einen besseren, schnelleren, billigeren und effektiveren Zugang zu Gesundheitsdaten von höherer Qualität haben. Dies wird es ihnen ermöglichen, Behandlungen zu verbessern.

11 Milliarden Euro

erwartete Einsparungen in der EU in den nächsten zehn Jahren durch besseren Zugang, Austausch und Nutzung von Gesundheitsdaten

Forscher werden einen besseren, schnelleren, billigeren und effektiveren Zugang zu Gesundheitsdaten von höherer Qualität haben.

Das gemeinsame europäische Format elektronischer Daten wird es den Unternehmen ermöglichen, ihre Dienstleistungen in anderen EU-Mitgliedstaaten viel leichter anzubieten. Durch die Verfügbarkeit von Daten könnte das Wachstum der digitalen Gesundheitsbranche jährlich um 20 bis 30 Prozent steigen.

Verpflichtungen der Mitgliedstaaten

Alle Länder sollten bis Ende 2025 nationale Dienste für den Zugang zu Gesundheitsdaten einrichten, die auf der Plattform MeineGesundheit@EU basieren. Die nationalen Marktaufsichtsbehörden werden die Rechte der Bürger schützen.




Die Kommission legte im Mai 2022 einen Vorschlag zum Europäischen Gesundheitsdatenraum vor. Das Parlament und der Rat erzielten im März 2024 eine Einigung über den Text der Rechtsvorschriften.
Nach der offiziellen Genehmigung durch das Parlament und den Rat tritt die Verordnung 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.

Der Gesetzgebungsprozess

Die Kommission legte im Mai 2022 einen Vorschlag zum Europäischen Raum für Gesundheitsdaten vor. Das Parlament und der Rat erzielten im März 2024 eine Einigung über den Text der Rechtsvorschriften.

Nach der offiziellen Billigung durch das Parlament und den Rat tritt die Verordnung 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.