Wiederherstellung der Natur: bessere Lebensräume in der EU

Die EU will die Natur in allen Mitgliedstaaten nicht nur erhalten, sondern auch wiederherstellen. Das Parlament hat ein neues Gesetz verabschiedet, um dieses Ziel zu unterstützen.

Im Februar 2024 haben die Abgeordneten des Europäischen Parlaments die EU-Verordnung über die Wiederherstellung der Natur verabschiedet. Das Gesetz ist Teil der Bemühungen der EU, die biologische Vielfalt in Europa zu erhalten. Alle EU-Mitgliedstaaten werden verpflichtet, auf die Wiederherstellung natürlicher Lebensräume hinzuarbeiten.

Warum muss die Natur wiederherstellen werden?

Die biologische Vielfalt hat im Laufe der Jahre abgenommen. Um diesen Trend umzukehren, muss die EU nach Ansicht der Abgeordneten zusätzliche Anstrengungen unternehmen. Über 80 Prozent der europäischen Lebensräume sind derzeit in schlechtem Zustand, und mit dem neuen Gesetz soll dieses Problem direkt angegangen werden.

Die Natur ist eine wichtige Quelle für nahrhafte Lebensmittel, Sauerstoff und natürliche Ressourcen. Obwohl wir auf diese Dinge angewiesen sind, um zu überleben, erhalten wir sie nicht. Ein alarmierender Bericht der Europäischen Umweltagentur aus dem Jahr 2020 weist darauf hin, dass Umweltverschmutzung und Klimawandel die Natur zerstören und zum Aussterben von Arten führen können. Ziel der neuen Gesetzgebung ist eine grünere Zukunft durch die Einführung spezifischer Änderungen.

Welche Änderungen werden vorgenommen?

Durch das neue Gesetz wird sichergestellt, dass jeder EU-Mitgliedstaat Maßnahmen ergreift. Alle Länder müssen einen nationalen Wiederherstellungsplan vorlegen und umsetzen, der ihre dringendsten Probleme angeht. Auf nationaler Ebene wird jedes EU-Land auf Folgendes hinarbeiten:

  • Beseitigung nicht heimischer Pflanzen auf Wiesen, in Feuchtgebieten und Wäldern;
  • Wiederbefeuchtung trockengelegter Moorgebiete;
  • Verbesserung der Vernetzung von Lebensräumen;
  • Verringerung und/oder Einstellung des Einsatzes von chemischen Pestiziden und Düngemitteln;
  • Förderung der Erhaltung der Wildnis.


Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, den Zustand aller sanierungsbedürftigen Ökosysteme bis 2050 zu verbessern. Zu diesem Zweck legt das Gesetz bestimmte EU-weite Ziele fest, darunter die Wiederherstellung von 20 Prozent der Land- und Meeresflächen bis 2030.

Zu den Zielen der einzelnen Mitgliedstaaten gehört die Wiederherstellung von:

  • mindestens 30 Prozent der Land-, Küsten-, Meeres- und Süßwasserlebensräume in schlechtem Zustand bis 2030;
  • 60 Prozent der Lebensräume in schlechtem Zustand bis 2040 und 90 Prozent bis 2050.


Sobald ein Gebiet wieder in gutem Zustand ist, müssen die Mitgliedstaaten sicherstellen, dass es zu keiner wesentlichen Verschlechterung kommt.

Mit den Vorschriften sollen die biologische Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen und die Populationen von Wiesenschmetterlingen und Feldvögeln verbessert werden sowie mehr Grünflächen in städtischen Gebieten geschaffen werden. Eine weitere Priorität wäre die Umkehrung des Rückgangs der Bestäuberpopulationen.

3 Milliarden

zusätzliche Bäume müssen in der EU bis 2030 gepflanzt werden

Auf Drängen des Parlaments während der Verhandlungen müssen die EU-Länder auf das Ziel hinarbeiten, bis 2030 drei Milliarden zusätzliche Bäume zu pflanzen.

Die Abgeordneten trafen auch Vorkehrungen gegen eine mögliche Nahrungsmittelkrise, indem sie mit dem Rat eine Notbremse aushandelten. Diese würde eine Aussetzung der Wiederaufforstungsziele ermöglichen, wenn die Nahrungsmittelproduktion gesichert werden muss.

Der Rat nahm die Verordnung über die Wiederherstellung der Natur im Juni 2024 förmlich an.